HC Lugano

Playoffspiele HC Lugano Saison 2015/2016



1/4 Final


  EV Zug       HC Lugano  Lugano
1 : 2
0:0,0:1,1:0,0:0 nP
Donnerstag 3. März 2016
Playoff 1/4 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 1
 
Ein Grund zum Feiern. Für einmal startet Lugano mit einem Sieg in die Playoffs. (Bild: Keystone)
Lugano mit neuem Feeling - Mit (auswärts) Startsieg in die Playoffs !
Lugano, seit dem letzten Titelgewinn 2006 ausnahmslos in der ersten Playoff-Runde gescheitert, ist perfekt in den Viertelfinal gestartet. In Zug rangen die Tessiner die Nummer 4 der Qualifikation im Penaltyschiessen 3:2 nieder.

Die schwedischen Tenöre traten erst spät, aber letztlich im richtigen Moment in Erscheinung – allen voran Linus Klasen mit seiner Penalty-Doublette. Der Topskorer der Tessiner düpierte Zugs Keeper Tobias Stephan ein zweites Mal, nachdem der EVZ ein 0:2 wettgemacht hatte. Gut möglich aber, dass die mitreissende Schlussphase in der zweiten Zusatzschlaufe ein sportjuristisches Nachspiel hat. Zug deponierte einen Spielfeldprotest. Bei Luganos 2:0 im Shootout monierte der EVZ zu Recht, Pettersson habe mit den Schlittschuhen eine Rückwärtsbewegung gemacht.

Schweden-Trio vergibt zahlreiche Chancen

Doug Shedden, der Coach mit langjähriger Vergangenheit beim EVZ, griff nicht allzu tief in die Trickkiste. Der Kanadier forcierte den erst im Januar vom schwedischen Club MoDo übernommenen Center Maxim Lapierre und die Parade-Formation um Center Tony
Martensson vehement. Der gewünschte Output resultierte aber zunächst nicht, das Tre-Kronor-Trio, in den 50 Runden zuvor mit 132 Skorerpunkten das eigentliche Herz der Bianconeri, schlug eine Offerte nach der anderen aus.

Die Auseinandersetzung verlief lange zähflüssig, der Unterhaltungsaspekt spielte bis zur dramatischen Finish eine untergeordnete Rolle. Die Verteidiger liessen sich während 80 Minuten beidseits kaum einmal ausmanövrieren. Beim einzigen Treffer während der
regulären Spielzeit beanspruchte die statistisch drittbeste NLA-Offensive das von Liga-Topskorer Pierre-Marc Bouchard gesteuerte Powerplay – Josh Holden schloss perfekt ab.

Merzlikins brilliert

Auf Scharmützel verzichteten hingegen beide Seiten. Die Trainer hielten sich zurück, im Rink spielte sich alles im normalen Rahmen ab. Nicht die (übertriebene) Härte war entscheidend, sondern die Disziplin. Speziell die Tessiner und ihr brillanter Keeper Merzlikins verhielten sich in der eigenen Abwehrzone clever, sie gestanden dem EVZ kaum Raum zur Entfaltung zu.

Zugs Fehlstart kommt zumindest nicht jegliche ohne Vorwarnung. Die Innerschweizer büssten seit dem Jahreswechsel markant an Tempo ein. Zuletzt häuften sich die Niederlagen, im Angriff funktionierte zu viel nicht. Oft hing nahezu alles von Bouchard und seinem torgefährlichen Partner Martschini ab.
 
Luganos Topskorer Linus Klasen entscheidet die Partie mit seinem zweiten Penaltytreffer im Shootout.
(Bild: Keystone)
Bossard Arena.7015 Zuschauer (ausverkauft).
SR Massy/Prugger, Fluri/Tscherrig.
Tore: 30. Bertaggia 0:1. 42. Holden (Martschini, Bouchard/Ausschluss Brunner) 1:1.
Penaltyschiessen: Martensson -, Martschini -; Klasen 0:1, Immonen -; Pettersson 0:2, Bouchard 1:2; Brunner -, Holden 2:2; Fazzini -, Bürgler -; Bouchard -, Klasen 2:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.
Zug: Stephan; Ramholt, Grossmann; Morant, Sondell; Schlumpf, Alatalo; Blaser; Lammer, Immonen, Bouchard; Martschini, Holden, Suri; Bürgler, Peter, Zangger; Senteler, Diem, Schnyder.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Kienzle, Vauclair; Hirschi, Kparghai; Brunner, Lapierre, Bertaggia; Pettersson, Martensson, Klasen; Walker, Sannitz, Reuille; Kostner, Morini, Fazzini; Dal Pian.
Bemerkungen: Zug ohne Erni, Sieber (beide verletzt), Lüthi, Thibaudeau, Marchon (alle überzählig), Lugano ohne Hofmann (gesperrt), Stapleton (überzählig), Steinmann (verletzt). 16. Lattenschuss von Lapierre und Pfostenschuss von Holden.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       EV Zug   EV Zug
4 : 2
1:1, 2:1, 1:0 
Samstag 5. März 2016
Playoff 1/4 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 2
 
Luganos Tony Martensson brilliert als zweifacher Torschütze. (Bild: Keystone)
Lugano führt seit 10 Jahren wieder einmal 2:0 in einer Playoff-Serie
Wie Bern und Davos hat Lugano gegen Zug das Break bestätigt. Die Bianconeri setzten sich zuhause 4:2 durch. Es war ein schmeichelhafter Sieg für die Luganesi. Bei Zug spielte Oldie Josh Holden eine unglückliche Rolle. Vor dem 1:2 verlor er im Drittel der Tessiner in Unterzahl nach einem unnötigen Dribbling den Puck, worauf die Gastgeber zu einem Konter ansetzten, den Damien Brunner erfolgreich abschloss. Beim 3:2 von Martensson (35.), der nach einem Pfostenschuss von Fredrik Pettersson goldrichtig stand, sass  Holden auf der Strafbank. Martensson hatte in der 19. Minute nach herrlicher Vorarbeit von Linus Klasen schon das 1:1 erzielt.

Lugano war nervös in die Partie gestartet. Die Zuger gingen in der 16. Minute durch den ersten Saisontreffer von Verteidiger Dominik Schlumpf verdient in Führung. Im letzten Drittel drückten sie in den ersten Minuten enorm, spielten phasenweise wie in einem Powerplay. In der 53. Minute traf Pierre-Marc Bouchard, der offizielle Torschütze zum 2:2 (31./es war ein Eigentor von Brunner), nur die Latte. Kurz darauf wurde Luganos Verteidiger Lorenz Kienzle von Schlumpf gefoult, worauf er den fälligen Penalty zum 4:2
verwertete. Damit war der Widerstand des EVZ gebrochen.

Lugano liegt erstmals seit dem Meistertitel 2006 in einer Viertelfinalserie 2:0 vorne. Damit sind die Chancen gross, endlich wieder einmal die Halbfinals zu erreichen. Es wäre für die Bianconeri eine riesige Erlösung.
 
Man of the Match Tony Martensson (m) kurz bevor er Zug-Goalie Tobias Stephan mit seinem Treffer zum 3:2 bezwingt. (Bild: Keystone)
Resega. 6731 Zuschauer.
SR Vinnerborg/Wehrli, Fluri/Tscherring.
Tore: 16. Schlumpf (Suri, Martschini) 0:1. 19. Martensson (Klasen, Pettersson) 1:1. 23. Brunner (Bertaggia/Ausschluss Ramholt) 2:1. 31. Bouchard 2:2 (Eigentor Brunner). 35. Martensson (Pettersson/Ausschluss Holden) 3:2. 53. Kienzle 4:2 (Penalty).
Strafen: je 5mal 2 Minuten.
Lugano: Merzlikins; Vauclair, Kienzle; Chiesa, Furrer; Kparghai, Hirschi; Klasen, Martensson, Pettersson; Brunner, Lapierre, Bertaggia; Reuille, Sannitz, Walker; Fazzini, Dal Pian, Kostner; Morini.
Zug: Stephan; Schlumpf, Sondell; Grossmann, Ramholt; Alatalo, Lüthi; Blaser; Martschini, Holden, Suri; Lammer, Immonen, Bouchard; Bürgler, Peter, Zangger; Senteler, Diem, Schnyder.
Bemerkungen: Lugano ohne Hofmann (gesperrt), Stapleton (überzähliger Ausländer), Steinmann und Ulmer. Zug ohne Erni (alle verletzt). Lattenschüsse: 49. Reuille, 53. Bouchard. Zug ab 59:24 ohne Goalie.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



  EV Zug       HC Lugano  Lugano
2 : 5
0:2, 1:2, 1:1
Dienstag 8. März 2016
Playoff 1/4 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 3
 
Luganos Julien Vauclair erzielt nach zwei Minuten das 0:1 per Backhand.
(Bild: Keystone)
Lugano in allen Belangen überlegen
In Zug könnten schon bald die Lichter für diese Saison ausgehen. Die Innerschweizer verlieren auch das zweite Heimspiel gegen Lugano, diesmal deutlich mit 2:5, und liegen in der Serie 0:3 hinten.

Bereits in die erste Drittelspause wurden die Zuger von der Mehrheit der erneut 7015 Zuschauer im Zuger Eisstadion mit Pfiffen eingedeckt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen, in denen sie auch Pech bekundet hatten, waren die Zuger den Tessinern in Spiel 3 in allen Belangen unterlegen. Bereits nach gut fünf Minuten lagen sie 0:2 im Rückstand - und ein kurzes Aufbäumen im Mitteldrittel machten sie mit Disziplinlosigkeiten gleich selber wieder zu einem Muster ohne Wert.

Der Anschlusstreffer durch PostFinance-Topskorer Pierre-Marc Bouchard in der 36. Minute im ersten Powerplay des Spiels war durchaus verdient, da sich die Zuger im Mitteldrittel leicht gesteigert hatten. Statt bis zum Ende des Mitteldrittels das Erreichte zu konsolidieren oder allenfalls sogar noch den Ausgleich zu erzielen, fiel jedoch eine Vorentscheidung für die Bianconeri. Zwei Fouls der Zuger in der offensiven Zone nutzten die Luganesi zu zwei Toren durch Tony Martensson und Philippe Furrer.

Mit dem 4:1 war eine Vorentscheidung gefallen, zumal Bouchard aus Frust über das gegen ihn gepfiffene Foul den Puck in die Ecke knallte und in der Folge nach einer Disziplinarstrafe am Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Abschnitts zehn Minuten die Strafbank wärmte. Je ein Tor im Schlussdrittel war nur noch Resultatkosmetik.

Nach der dritten Niederlage dürfte der Qualifikationsvierte Zug auch in der zweiten Saison mit Harold Kreis an der Bande in den Viertelfinals ausscheiden. Sein Vorgänger Doug Shedden, der in Lugano im Lauf der Saison den jetzigen Nationalcoach Patrick Fischer abgelöst hatte, steht hingegen kurz davor, die Tessiner zum ersten Mal seit dem letzten Meistertitel zum Sieg in einer Playoff-Serie zu führen.
 
Der EV Zug verliert tatsächlich drei Mal hintereinander. Davon zwei Mal zu Hause. (Bild: Keystone)
Bossard Arena.7015 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Koch, Abegglen, Mauron.
Tore: 2. Vauclair (Klasen, Pettersson) 0:1. 6. Bertaggia (Brunner) 0:2. 36. Bouchard (Grossmann, Immonen/Ausschluss Hirschi) 1:2. 39. (38:07) Martensson (Klasen/Ausschluss Bouchard) 1:3. 40. (39:38) Furrer (Ausschluss Peter plus weitere Strafe angezeigt) 1:4.
43. Sannitz 1:5. 55. Blaser (Lüthi) 2:5.
Strafen: 3mal 2 plus 10 (Bouchard) Minuten gegen Zug, 2mal 2 plus 10 (Lapierre) Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Bouchard; Klasen.
Zug: Stephan; Ramholt, Grossmann; Schlumpf, , Alatalo; Lüthi, Blaser; Martschini, Immonen, Bouchard; Rapuzzi, Holden, Suri; Bürgler, Diem, Schnyder; Senteler, Peter, Sieber; Zangger.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Hirschi, Vauclair; Kparghai, Sartori; Pettersson, Martensson, Klasen; Brunner, Hofmann, Bertaggia; Sannitz, Lapierre, Walker; Kostner, Fazzini, Reuille; Morini.
Bemerkungen: Zug ohne Lammer, Erni, Morant (alle verletzt) und Sondell (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Kienzle, Steinmann, Ulmer (alle verletzt) und Stapleton (überzähliger Ausländer).
Pfostenschüsse: Bürgler (9.); Fazzini (16.).
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       EV Zug   EV Zug
5 : 4
1:2, 3:1, 1:1 
Donnerstag 10. März 2016
Playoff 1/4 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 4
 
Endlich. In Lugano darf über den Halbfinal Einzug gejubelt werden. (Bild: FreshFocus)
LUGANO IM PLAYOFF-HALBFINAL
Lugano steht zum ersten Mal seit 2006 wieder in einem Playoff-Halbfinal. Die Tessiner bezwingen Zug im spektakulären vierten Spiel 5:4 und gewinnen die Serie damit mit 4:0.

Es hatte wenig auf eine Wende in der Serie hingedeutet. Und Lugano liess sich in der heimischen Arena die erste Gelegenheit nicht nehmen, zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine Playoff-Serie für sich zu entscheiden. Doch der letzte Schritt in die Halbfinals war für Lugano, das vor allem defensiv nicht ganz so stilsicher agierte wie in den drei Partien davor, kein Schaulaufen.

Nach knapp 57 Minuten glich Pierre-Marc Bouchard zum 4:4 aus. Die Overtime und damit die Zuger Chance auf eine Verlängerung der Serie lag in der Luft. Doch kurz nach dem Wiederanspiel vertändelte Zugs Tim Ramholt hinter dem eigenen Tor die Scheibe. Tony Martensson bediente Brunner, der nur 21 Sekunden nach dem Ausgleich die neuerliche Führung erzielte und Lugano in die Halbfinal schoss.

Zug hatte stark begonnen. Nach neun Minuten und Treffern von Robin Grossmann und Reto Suri lagen die Zentralschweizer 2:0 vorne. Lugano vermochte aber zu reagieren. Nur zweieinhalb Minuten danach verkürzte Gregory Hofmann auf 1:2. Im Mitteldrittel kippte dann das Geschehen in kürzester Zeit: Hofmann mit seinem zweiten Treffer, Stefan Ulmer und Luca Fazzini schossen die Tessiner bis in die 28. Minute 4:2 in Führung.

Nach den desolaten zehn Minuten zu Beginn des Mittelabschnitts - den ersten Schuss im zweiten Drittel gab Zug erst nach elf Minuten ab - fing sich Zug wieder auf. Unter der Regie ihres PostFinance-Topskorers Pierre-Marc Bouchard (Assist zum 3:4 und Tor zum 4:4) glichen die Zuger noch einmal aus. Weil sie sich aber nicht zum ersten Mal in dieser Serie wenig geschickt anstellten, ist ihre Saison nun beendet.
 
Wer hätte das gedacht: Topskorer Pierre-Marc Bouchard und seine Zuger vermögen nicht einen Sieg einzufahren.
(Bild: FreshFocus)
Resega. 6761 Zuschauer.
SR Mandioni/Wiegand, Bürgi/Wüst.
Tore: 4. Grossmann (Suri, Holden) 0:1. 10. Suri (Martschini) 0:2. 12. Hofmann (Vauclair, Ulmer) 1:2. 26. (25:43) Hofmann (Klasen) 2:2. 28. (27:01) Ulmer (Klasen, Brunner) 3:2. 28. (27:13) Fazzini (Morini) 4:2. 39. Blaser (Bouchard/Ausschlüsse Brunner; Alatalo) 4:3.
57. (56:51) Bouchard (Ramholt) 4:4. 58. (57:12) Brunner (Martensson, Klasen) 5:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 7mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Bouchard.
Lugano: Merzlikins; Vauclair, Ulmer; Furrer, Chiesa; Kparghai, Hirschi; Sartori; Klasen, Martensson, Pettersson; Brunner, Hofmann, Bertaggia; Walker, Sannitz, Lapierre; Reuille, Morini, Kostner; Fazzini.
Zug; Stephan; Ramholt, Grossmann; Schlumpf, Blaser; Lüthi, Alatalo; Blaser; Senteler, Diem, Schnyder; Martschini, Holden, Suri; Bürgler, Immonen, Bouchard; Rapuzzi, Peter, Zangger; Sieber, Primeau.
Bemerkungen: Lugano ohne Kienzle, Steinmann (beide verletzt) und Stapleton (überzähliger Ausländer), Zug ohne Lammer, Erni (beide verletzt) und Sondell (krank). Pettersson nach 2 Dritteln verletzt ausgeschieden. Bertaggia verschiesst Penalty (57:42).
Zug ab 58:50 ohne Torhüter.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



1/2 Final


  Genève-Servette HC       HC Lugano  Lugano
0 :
0:2, 0:1, 0:2 
Donnerstag 17. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 1
 
Tony Martensson (l), Schütze des 0:2 neben Damien Brunner der den Assist dazu gab und Topskorer Linus Klasen der seinerseits zwei Tore erzielte.
(Bild: Keystone)
Eiskaltes Lugano schafft gleich ein Break
Lugano schafft im Playoff-Halbfinal gegen Genève-Servette gleich bei erster Gelegenheit das Break. Das Team von Doug Shedden siegt 5:0 und führt in der Best-of-7-Serie 1:0.

Die heimstarken Genfer gingen die Partie wie erwartet sehr aggressiv an und versuchten die Luganesi mit kernigen Checks einzuschüchtern - schon vor dem Anpfiff hatte es Scharmützel gegeben. Dies zeigte bei den Bianconeri jedoch keine Wirkung. Sie liessen Servette kommen und setzten auf schnelles Transition-Spiel. Bereits nach 57 Sekunden jubelten die Gäste dank Linus Klasen erstmals. Der schwedische PostFinance-Topskorer profitierte von einem Missverständnis bei den Genfern und erzielte nach sechs Assists seinen ersten Treffer in diesen Playoffs.

Servette-Goalie mit Riesenbock

In der 15. Minute erhöhte Tony Martensson nach einem herrlichen Konter auf Vorarbeit von Damien Brunner auf 2:0. Der Schwede hatte schon beim 4:0 in der Serie gegen Zug dreimal getroffen. Auch das 3:0 1,2 Sekunden vor der zweiten Pause fiel nach einem Gegenstoss. Verteidiger Philippe Furrer passte aus dem eigenen Drittel zu Klasen, der alleine auf Servettes Goalie Robert Mayer loszog und diesen mit einem Backhand-Schuss in der nahen Ecke bezwang. Der Tiefpunkt auf Genfer Sicht war aber das 0:4 (49.), als Mayer in Überzahl den Puck auf den Stock von Julien Walker servierte, der sich nicht zweimal bitten liessen. Auch das 5:0 von Giovanni Morini (60.) war ein Shorthander.

Die Genfer machten zwar mehr fürs Spiel, sie taten sich gegen die leidenschaftlich kämpfenden Tessiner jedoch äusserst schwer. Zudem fehlte es den Gastgebern, die im Viertelfinal gegen Fribourg noch mit ihrer Effizienz beeindruckt hatten, an der nötigen Präzision oder wurden die Schüsse geblockt. In der 34. Minute beispielsweise schoss Kevin Romy alleine vor Luganos Goalie Elvis Merzlikins daneben. Merzlikins zeigte allerdings auch eine starke Leistung, strahlte eine enorme Sicherheit aus. In der 8. Minute stürmte er aus
dem Tor und rettete spektakulär gegen Romy, der ansonsten alleine auf ihn hätte losziehen können. Dabei prallte er mit Matt D'Agostini zusammen, worauf er kurzzeitig durch Daniel Manzato ersetzt werden musste. In der 14. Minute kehrte der lettische Keeper dann allerdings aufs Eis zurück.

Den Genfern gelang erstmals in dieser Saison vor eigenem Publikum kein Treffer. Überhaupt verloren sie zu Hause erst zum sechsten Mal in der laufenden Spielzeit. Da auch Lugano in der heimischen Resega (ebenfalls erst sechs Niederlagen) nur sehr schwer zu bezwingen ist, könnte das Break Gold wert sein. Allerdings schied bei Lugano in der 17. Minute Verteidiger Julien Vauclair nach einem Check von Jim Slater verletzt aus. Slater musste daraufhin vorzeitig unter die Dusche.
 
Lugano-Goalie Elvis Merzlikins musste nach einer Kopfverletzung, nach grossartigem Herauslaufen, für einige Minuten durch Daniel Manzato ersetzt werden. (Bild: FreshFocus)
Les Vernets. 6662 Zuschauer.
SR Vinnerborg/Wiegand, Kovacs/Tscherrig.
Tore: 1. (0:57) Klasen 0:1 15. Martensson (Brunner, Klasen) 0:2. 40. (39:59) Klasen (Furrer) 0:3. 49. Walker (Ausschluss Ulmer!) 0:4. 60. Morini (Ausschluss Stapleton!) 0:5.
Strafen: 6mal 2 plus 5 Minuten (Slater) plus Spieldauer (Slater) gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 10 Minuten (Lapierre) gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Klasen.
Genève-Servette: Mayer/Giovannini (ab 49.); Antonietti, Bezina; Fransson, Vukovic; Loeffel, Mercier; Iglesias; Jacquemet, Slater, Rod; Simek, Lombardi, Pedretti; D'Agostini, Romy, Rubin; Traber, Kast, Gerber; Douay.
Lugano: Merzlikins/Manzato (8. bis 14.); Chiesa, Furrer; Hirschi, Kparghai; Ulmer, Vauclair; Walker, Sannitz, Lapierre; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Fazzini, Morini, Reuille; Kostner.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Pyatt (überzähliger Ausländer), Almond, Bays, Riat und Wick. Lugano ohne Pettersson, Steinmann und Kienzle (alle verletzt). - 17. Vauclair verletzt ausgeschieden. - Timeout Genève-Servette (33.).
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       Genève-Servette HC   
1 : 2
1:0,0:1,0:0,0:1 nV
Samstag 19. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 2
 
Die Lugano Fans in der Curva Nord sehen seit zehn Jahren wieder einmal ein Playoff 1/2 Final Spiel in der Resega.
(Bild: Keystone)
Lugano gibt Heinmvorteil gleich wieder ab
Servette holt den Heimvorteil in der Halbfinalserie gegen Lugano zurück. Die Genfer setzen sich in Lugano 2:1 nach Verlängerung durch und gleichen in der Best-of-7-Serie zum 1:1 aus.
Den entscheidenden Treffer für die Gäste erzielte in der 68. Minute Verteidiger Eliot Antionietti. Zuvor war Lugano in der Verlängerung klar überlegen gewesen. In der 64. Minute scheiterte PostFinance-Topskorer Linus Klasen alleine vor Servettes Keeper Robert Mayer, der sich gegenüber der ersten Halbfinalpartie massiv steigerte.

Insgesamt ging der Sieg der Gäste aber in Ordnung, dominierten sie doch in den Dritteln 2 und 3. Elf Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit vergab Matt Lombardi die goldene Chance zum Siegtreffer für die Genfer; der kanadische Stürmer zog in Unterzahl von halblinks auf Luganos Goalie Elvis Merzlikins los, scheiterte allerdings am Pfosten. Schon in der 6. Minute hatte die Torumrandung für die Tessiner gerettet, als deren Verteidiger Lorenz Kienzle einen Schuss von Goran Bezina an den Pfosten ablenkte.

Tony Martensson hatte die Bianconeri in der 18. Minute im zweiten Powerplay in Führung gebracht. Martensson schoss bereits seinen fünften Treffer in den laufenden Playoffs. In der 39. Minute glich Tom Pyatt aus. Es war der erste Treffer für Servette in dieser Halbfinalserie.

Der Ausgleich der Genfer hatte sich abgezeichnet. Die Gäste waren nach dem ersten Drittel aggressiver, es fehlte jedoch bis zum Ausgleich die Genauigkeit in den Abschlüssen. Im ersten Abschnitt hatten die Vorteile, vor allem was die Chancen anging, auf Seiten der Bianconeri gelegen.

Die Genfer mussten im Vergleich zum ersten Halbfinalspiel auf vier Offensivspieler verzichten. Neben Slater war auch Noah Rod für Checks gegen den Kopf vorsorglich für eine Partie gesperrt worden. Zudem fehlten Daniel Rubin und Juraj Simek wegen Krankheit, letzterer erklärte erst unmittelbar vor dem Spiel Forfait.
 
Das Tor zum Genfer Sieg, ein typisches Servette Tor aus einem Gewühl heraus realisiert. (Bild: Keystone)
Resega. 7405 Zuschauer.
SR Eichmann/Stricker, Bürgi/Wüst.
Tore: 18. Martensson (Hofmann, Brunner/Ausschluss Fransson) 1:0. 39. Pyatt 1:1. 68. (67:23) Antonietti 1:2.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Klasen; D'Agostini.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Kparghai; Kienzle, Hirschi; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Walker, Sannitz, Lapierre; Kostner, Morini, Reuille.
Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Bezina; Vukovic, Fransson; Mercier, Iglesias; Traber, Heinimann, Gerber; Douay, Pyatt, Jacquemet; Loeffel, Lombardi, Pedretti; D'Agostini, Romy, Kast.
Bemerkungen: Lugano ohne Vauclair, Steinmann und Pettersson. Genève-Servette ohne Bays, Riat, Wick, Almond (alle verletzt), Simek, Rubin (beide krank), Slater und Rod (beide gesperrt).
Pfostenschüsse: 6. Pfostenschuss Bezina (Ablenker Kienzle)60. (59:49) Lombardi. - Timeout Genève-Servette (66.).
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



  Genève-Servette HC       HC Lugano  Lugano
3 : 4
0:0,2:2,1:1,0:1 nV 
Dienstag 22. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 3
 
Beim Stand von 0:0 klärt Lugano-Goalie Elvis Merzlikins mit einer akrobatischen Einlage gegen Servettes Matthew Lombardi. (Bild: Keystone)
Brunner schiesst Lugano zum zweiten Auswärtssieg
Lugano geht in der Halbfinalserie gegen Genève-Servette erneut in Führung. Das Team von Doug Shedden setzte sich in Genf nach einem 0:2-Rückstand mit 4:3 nach Verlängerung durch. Damit steht es in der Best-of-Seven-Serie 2:1.

Nur die ZSC Lions waren in der Qualifikation vor heimischem Publikum besser gewesen als Genève-Servette und Lugano. Dennoch setzte sich in dieser Halbfinalserie zum dritten Mal das Auswärtsteam durch. Den Siegtreffer für die Luganesi erzielte nach 1:12 Minuten der Overtime Damien Brunner, der bereits das 2:2 erzielte hatte. Der frühere NHL-Spieler profitierte von einem kapitalen Puckverlust des Genfer Verteidigers Daniel Vukovic. Damit vermiesten die Bianconeri Servettes Headcoach Chris McSorley gründlich den 54. Geburtstag.

Die 7135 Zuschauer in der ausverkauften Les-Vernets-Halle erlebten eine verrückte Partie. Servette ging bis zur 31. Minute dank zweier Powerplay-Tore von Romain Loeffel 2:0 in Führung und hatte die Partie weitgehend im Griff. Der Anschlusstreffer von Tony Martensson (36.) änderte jedoch die Physiognomie des Spiels.

Fortan war ein anderes Lugano zu sehen. Nachdem Brunner 64 Sekunden vor der zweiten Pause der Ausgleich gelungen war, brachte PostFinance-Topskorer Linus Klasen die Gäste in der 48. Minute verdient in Führung. Eine heftige Reaktion der Genfer blieb aus; die Luganesi kamen dem 4:2 mehrmals nahe. Der stark aufspielende Martensson, der nicht nur seinen sechsten Treffer in den laufenden Playoffs erzielte, sondern auch zwei Assists verbuchte, vergab in der 51. und 53. Minute zwei Topchancen, wobei Servettes Goalie
Robert Mayer bei der zweiten mirakulös rettete. Dies rächte sich. In der 56. Minute traf Marco Pedretti quasi aus dem Nichts zum 3:3. Damit musste zum zweiten Mal in Folge eine Verlängerung die Entscheidung bringen, diesmal mit dem besseren Ende für Lugano.

Das 1:0 von Loeffel (26.), der von der blauen Linie traf, war das erste Powerplay-Tor der Genfer in dieser Serie gewesen. Kurz nach dem 2:0, das bei fünf gegen drei Feldspielern fiel, da eine Strafe gegen Lugano angezeigt war, konnten die Genfer während 58 Sekunden erneut mit zwei Mann mehr agieren. Dabei verpasste Timothy Kast knapp das 3:0. Nachdem Luganos Philippe Furrer zurückgekehrt war, vergab Kevin Romy eine weitere Topchance zum dritten Treffer. Insofern war die Niederlage für Servette äusserst ärgerlich.
 
Luganos Tony Martensson hat soeben den Anschlusstreffer im Powerplay zum 2:1 erzielt. (Bild: Keystone)
Les Vernets. 7135 Zuschauer (ausverkauft).
SR Massy/Kurmann, Borga/Kaderli.
Tore: 26. Loeffel (Riat/Ausschluss Martensson) 1:0. 31. Loeffel (Romy/Ausschlüsse Mercier; Klasen, Furrer) 2:0 (Strafe angezeigt). 36. Martensson (Klasen, Furrer/Ausschluss Rubin) 2:1. 39. Brunner (Martensson, Chiesa) 2:2. 48. Klasen (Martensson, Brunner) 2:3.
56. Pedretti (Jacquemet) 3:3. 62. (61:12) Brunner 3:4.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 6mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Romy; Klasen.
Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Mercier; Vukovic, Fransson; Loeffel, Bezina; Iglesias; Traber, Pyatt, Gerber; Douay, Slater, Rubin; Jacquemet, Lombardi, Pedretti; Riat, Romy, Kast; Simek.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Kparghai; Kienzle, Hirschi; Walker, Sannitz, Lapierre; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Kostner, Dal Pian, Reuille.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Rod (gesperrt), Almond, Bays, Wick und D'Agostini. Lugano ohne Pettersson, Steinmann, Vauclair und Morini (alle verletzt). - 31. Pfostenschuss Romy.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       Genève-Servette HC   
1 : 6
0:3, 1:1, 0:2 
Donnerstag 24. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 4
 
Die Genfer sind an diesem Abend in regelmässigen Abständen am Jubeln.
(Bild: Keystone)
Lugano zieht rabenschwarzen Abend ein
Auch im vierten Halbfinal-Duell zwischen Lugano und Genève-Servette setzen sich die Gäste durch. Die Genfer gewinnen 6:1 und glichen in der Best-of-7-Serie zum 2:2 aus.

Die Vorentscheidung in einem Spiel mit vielen Gehässigkeiten und vielen Strafen war bereits nach dem ersten Drittel gefallen, führte doch Servette zur ersten Pause 3:0. In den ersten 16 Minuten konnten die Luganesi nicht weniger als sechs Minuten in Überzahl spielen. Doch statt daraus Kapital zu schlagen, lagen sie 0:2 zurück. Beim ersten Gegentor in der 10. Minute war allerdings auch Pech dabei, als Jim Slater den Puck von hinter der Grundlinie via Luganos Verteidiger Lorenz Kienzle im Tor unterbrachte. Das 2:0 schoss Timothy Kast (13.) in Unterzahl - bereits im Viertelfinal gegen Fribourg-Gottéron hatte Servette drei Tore mit einem Mann weniger erzielt. In der 19. Minute erhöhte PostFinance-Topskorer Kevin Romy im ersten Powerplay der Genfer auf 3:0.

Der deutliche Rückstand war für Lugano auch deshalb bitter, da Linus Klasen in der 8. Minute mit einem verschossenen Penalty die goldene Chance zum 1:0 vergeben hatte. Der Schwede machte zwar praktisch alles richtig, scheiterte aber am Pfosten. Kurz vor der ersten Pause entluden sich ein erstes Mal so richtig die Emotionen. Neben drei Zweiminuten-Strafen - eine davon gegen Servette - wurden Luganos Stürmer Raffaele Sannitz und Maxim Lapierre zusätzlich für zehn Minuten auf die Strafbank geschickt.

Dies schien die Bianconieri zusätzlich anzustacheln. Angetrieben vom fantastischen Publikum kamen sie durch Sebastien Reuille, der den Puck nach einem Abpraller aus der Luft ins Gehäuse beförderte, verdient zum 1:3. Es schien eine weitere Aufholjagd möglich, nachdem die Tessiner am Dienstag ein 0:2 gewendete hatten. In der 32. Minute unterlief Luganos Keeper Elvis Merzlikins dann aber ein fataler Fehler, als er die Partie schnell machen wollte und die Scheibe auf den Stock von Damien Riat spielte. Dieser liess sich nicht zweimal bitten. Damit war die Spannung weg.
 
Das Bild ist sinnbildlich. Lugano muss unten durch. (Bild: FreshFocus)
Resega. 7524 Zuschauer.
SR Vinnerborg/Wiegand, Kovacs/Tscherrig.
Tore: 10. Slater 0:1 (Eigentor Kienzle). 13. Kast (Mercier, Bezina/Ausschluss Riat!) 0:2. 19. Romy (Riat, Loeffel/Ausschluss Stapleton) 0:3. 25. Reuille (Walker, Ulmer) 1:3. 32. Riat 1:4. 49. Loeffel (Pyatt/Ausschlüsse Ulmer, Sannitz; Riat) 1:5. 60. (59:54) Kast (Ausschluss Walker) 1:6.
Strafen: 9mal 2 plus 5 Minuten (Sannitz) plus 4mal 10 Minuten (Sannitz, 2xLapierre, Chiesa) plus 2mal Spieldauer (Sannitz, Lapierre) gegen Lugano, 11mal 2 plus 10 Minuten (Romy) gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Romy.
Lugano: Merzlikins/Manzato (32.); Chiesa, Furrer; Ulmer, Kparghai; Kienzle, Hirschi; Sartori; Walker, Sannitz, Lapierre; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Kostner, Dal Pian, Reuille; Fazzini.
Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Mercier; Vukovic, Fransson; Loeffel, Bezina; Iglesias; Traber, Kast, Gerber; Jacquemet, Slater, Rubin; Simek, Lombardi, Pedretti; Riat, Romy, Pyatt; Douay.
Bemerkungen: Lugano ohne Vauclair, Steinmann, Morini und Pettersson. Genève-Servette ohne Bays, Wick, D'Agostini, Almond (alle verletzt) und Rod (gesperrt). - 8. Klasen schiesst Penalty an den Pfosten. - 36. Lattenschuss Fazzini. - Timeout Genève-Servette (49.).
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  Genève-Servette HC       HC Lugano  Lugano
2 : 3
0:0,0:1,2:1,0:1 nV 
Samstag 24. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 5
 
Luganos Raffaele Sannitz gegen Genfs Daniel Rubin. Ein ausgeglichener Zweikampf. (Bild: FreshFocus)
Lugano holt sich zwei Final Matchpucks
Das Breakfestival in der Halbfinalserie zwischen Genf und Lugano geht weiter. Nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung führen die Bianconeri in der Best-of-7-Serie 3:2 und brauchen noch einen Sieg.

Das Game-Winning-Goal für die Gäste erzielte in der 62. Minute Tony Martensson, der bereits zum siebenten Mal in diesen Playoffs erfolgreich war. Die beiden Teams bestritten zum dritten Mal in dieser Serie eine Verlängerung, wobei zum zweiten Mal die Tessiner die Oberhand behielten.

Überhaupt liefern sich Servette und Lugano einen verrückten Halbfinal. Insofern passte es, dass sich Lugano erst 15 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in die Overtime gerettet hatte und es mit Jim Slater erst noch ein Genfer war, der den Puck ins Tor lenkte. Luganos Grégory Hofmann, der schon zuvor zweimal dem Ausgleich nahe gekommen war, hatte die Scheibe in den Slot gebracht. Die Bianconeri spielten zu diesem Zeitpunkt mit sechs Feldspielern. Vor dem
2:2 hätte Arnaud Jacquemet den Sack für Servette zumachen können.

Allerdings war auch das 1:1 der Genfer nach 15 Sekunden im Schlussdrittel auf äusserst glückliche Art und Weise zu Stande gekommen. Verteidiger Daniel Vukovic wollte die Scheibe mit einem Schuss von der blauen Linie hinter dem Tor der Tessiner durchspielen, sie wurde jedoch von der Bande abgelenkt, worauf sie via dem Gäste-Keeper Elvis Merzlikins ins Tor ging. Für das 2:1 zeichnete in der 45. Minute Kevin Romy verantwortlich. Der PostFinance-Topskorer übernahm den Puck nach einem Abpraller von Merzlikins, kurvte ums Tor und bezwang diesen mit einem "Buebetrickli".

Fredrik Pettersson hatte die Bianconeri in der 22. Minute im Powerplay nach einem Abpraller in Führung gebracht. Der Schwede spielte nach einem Daumenbruch erstmals in dieser Serie. Hatte er sich im Viertelfinal gegen Zug mit fünf Assists begnügen müssen, reüssierte er nun erstmals auch in den Playoffs. In der Qualifikation war Pettersson mit 26 Treffern zusammen mit Lino Martschini (Zug) der erfolgreichste Torschütze.

Die Luganesi, die auch wieder auf den von einer Hirnerschütterung genesenen Verteidiger Julien Vauclair zählen konnten, standen in der Folge im zweiten Drittel dem 2:0 näher. Die Genfer agierten nicht so druckvoll wie gewohnt, und das Powerplay war alles andere als überzeugend. In den ersten 20 Minuten erspielten sie sich allerdings ein Chancenplus. In der 10. Minute wurde ein Tor von Slater wegen Torhüterbehinderung aberkannt.
 
Es geht weiter mit den Breaks in dieser Serie. Luganos Damien Brunner und Grégory Hofmann freuen sich heute darüber. (Bild: FreshFocus)
Les Vernets7135 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Stricker, Borga/Kaderli.
Tore: 22. Pettersson (Bertaggia, Ulmer/Ausschluss Slater) 0:1. 41. (40:15) Vukovic 1:1. 45. Romy (Antonietti/Ausschlüsse Loeffel; Vauclair) 2:1. 60. (59:45) Hofmann 2:2 (ohne Goalie). 62. (61:22) Martensson (Klasen, Vauclair) 2:3.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 8mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Romy; Klasen.
Genève-Servette: Mayer; Vukovic, Fransson; Antonietti, Mercier; Loeffel, Bezina; Iglesias; Jacquemet, Slater, Rubin; Traber, Kast, Gerber. Riat, Romy, Pyatt; Simek, Lombardi, Pedretti.
Lugano: Merzlikins; Kienzle, Hirschi; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Kparghai; Walker, Sannitz, Lapierre; Pettersson, Martensson, Klasen; Bertaggia, Hofmann, Brunner; Kostner, Dal Pian, Reuille; Fazzini.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Rod, Douay (beide gesperrt), Almond, Bays, Wick und D'Agostini. Lugano ohne Steinmann, Morini (alle verletzt) und Stapleton (überzähliger Ausländer). - 10. Powerplay-Tor von Slater wegen Torhüterbehinderung aberkannt. -
Timeout Lugano (57:43), danach bis 59:45 ohne Goalie. - Timeout Genève-Servette (58:41).
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Lugano HC Lugano       Genève-Servette HC   
4 : 3
1:0,1:2,1:1,1:0 nV
Montag 28. März 2016
Playoff 1/2 Final NLA 2015/2016 Top Spiel 6
 
Luganos Philippe Furrer versenkt den Penalty in der Verlängerung nach einer kurzen Verletzungspause in den Maschen von Servettes Torhüter Robert Mayer. (Bild: Keystone)
LUGANO IM PLAYOFF FINAL
Philippe Furrer schiesst Lugano erstmals seit 2006 wieder in den Playoff-Final. Der Verteidiger verwertet gegen Servette in der 74. Minute einen Penalty zum 4:3. Die Serie endet mit 4:2 Siegen.

«Ich würde nie gegen dieses Team wetten. Es fand immer einen Weg für ein Wunder», hatte Servettes Headcoach Chris McSorley nach der unnötigen 2:3-Niederlage nach der Verlängerung im fünften Spiel gesagt. Diesmal allerdings nicht, obwohl die Genfer 2:1 (30.) und 3:2 (nach 13 Sekunden im letzten Drittel) in Führung gingen.

Es passte zu dieser verrückten Serie, dass es zum vierten Mal zu einer Verlängerung kam, wobei zum dritten Mal die Tessiner die Oberhand behielten. Den entscheidenden Treffer erzielte in der 74. Minute Verteidiger Philippe Furrer, der einen Penalty souverän verwandelte. Schon zuvor waren die Bianconeri dem Sieg in der Overtime mehrmals nahe gestanden.

Schnelle Tessiner Reaktion

Die beiden Teams boten den 7628 Zuschauern eine packende Partie, in der gerade so gut auch Servette als Sieger hätte hervorgehen können. Während die Vorteile im letzten Drittel auf Seiten der Luganesi lagen, waren in den ersten 40 Minuten eher die Genfer besser gewesen.

Genf führte zwei Mal

Nachdem Diego Kostner die Bianconeri in der 7. Minute mit einem Ablenker in Führung gebracht hatte, sorgten Verteidiger Eliot Antonietti (24.) mit einem Weitschuss von der blauen Linie und Romy (30.) für die zwischenzeitliche Wende. Letzterer tankte sich gegen Klasen durch, zog von der Bande in den Slot und liess Luganos Keeper Elvis Merzlikins keine Chance. Der Druck von Servette ging weiter; Lugano bekundete in dieser Phase Mühe. Insofern hätte das 2:2 zu keinem besseren Zeitpunkt fallen können.

Lugano hatte zum 26. Mal die Chance, eine Serie vor heimischem Publikum zu beenden, und nutzte diese zum 18. Mal. Nun treffen die Tessiner ab Samstag im Final auf Bern. Die Bianconeri geniessen als Fünfter der Qualifikation Heimvorteil. Lugano und Bern treffen
zum neunten Mal in den Playoffs aufeinander, wobei sich sechsmal der SCB durchgesetzt hat.
 
Lugano steht im Final: Die Bianconeri bezwingen Genf-Servette in der Serie mit 4:2. (Bild: Keystone)
Resega. 7628 Zuschauer.
SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli.
Tore: 7. Kostner (Bertaggia) 1:0. 24. Antonietti (Traber, Slater) 1:1. 30. Romy 1:2. 32. Pettersson (Klasen) 2:2. 41. (40:13) Rod (Slater, Traber) 2:3. 43. Brunner (Hofmann) 3:3. 74. Furrer 4:3 (Penalty).
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lugano, 8mal 2 plus 10 Minuten (Fransson) gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Romy.
Lugano: Merzlikins; Kienzle, Hirschi; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Kparghai; Walker, Sannitz, Lapierre; Pettersson, Martensson, Klasen; Brunner, Hofmann, Bertaggia; Kostner, Dal Pian, Reuille, Fazzini.
Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Mercier; Bezina, Loeffel; Vukovic, Fransson; Iglesias; Traber, Slater, Rod; Simek, Lombardi, Pedretti; Riat, Romy, Pyatt; Jacquemet, Kast, Rubin; Douay.
Bemerkungen: Lugano ohne Stapleton (überzähliger Ausländer), Steinmann und Morini. Genève-Servette ohne Bays, Wick, D'Agostini und Almond (alle verletzt). - Pfostenschüsse: 35. Lombardi, 62. Bertaggia. - Timeouts: Lugano (71.); Genève-Servette (73.).
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Final


Lugano  HC Lugano       SC Bern   
5 : 4
2:0, 2:3, 1:1 
Samstag 2. April 2016
Playoff Final NLA 2015/2016 Top Spiel 1
 
Luganos Topskorer Linus Klasen schiebt hier zum 2:0 ein. Sein zweites Tor. Der Schwede gibt zudem zwei Assists. Das macht summa summarum 4 Skorerpunkte (Bild: Keystone)
Überragender Klasen führt Lugano zum Sieg
In einem grossartigen Eishockeyspiel schlagen die Luganesi den SCB zuhause 5:4 und übernehmen die Führung in der Finalserie.

Der Playoff-Final zwischen Lugano und Bern ist lanciert. Lugano führte gegen Bern nach 18 Minuten 2:0, geriet 2:3 in Rückstand, setzte sich aber noch 5:4 durch. Das Siegtor gelang in der 51. Minute Gregory Hofmann. Die grosse Figur des ersten Finalspiels war indessen der Schwede Linus Klasen, der die ersten beiden Tore des HC Lugano erzielte und ausserdem zwei weitere Goals vorbereitete

Die vorentscheidende Phase spielte sich in der Schlussphase des zweiten Abschnitts ab. Im zweiten Drittel dominierte der SC Bern das Geschehen, verspielte aber die 3:2-Führung unmittelbar vor der zweiten Pause innerhalb von 71 Sekunden. Das 4:3 gelang Damien Brunner, wie Klasen zweifacher Torschütze, 1,6 Sekunden vor der zweiten Pause. Beide Teams erzielten je drei Tore im Powerplay.

Conacher verpasst den Ausgleich

Die 7800 Zuschauer in der ausverkauften Resega erlebten aber 60 Minuten lang ein Wechselbad der Gefühle, das verdeutlicht der verrückte Spielverlauf: 2:0, 2:3, 4:3, 4:4, 5:4. Zum Spektakel passte auch: Das Siegestor von Hofmann fiel ausgerechnet in eine der stärksten Phasen des SC Bern hinein. Die beste Chance zum 5:5 vergab kurz vor Schluss Cory Conacher, der aus kurzer Distanz an Elvis Merzlikins scheiterte.

Die 2:0-Führung von Lugano nach dem ersten Abschnitt war insgesamt in Ordnung gegangen. Beide Tore zum 2:0 erzielte der exzellente aufgelegte Klasen. In der 6. Minute traf der Schwede nach einem Abpraller, in der 18. Minute reüssierte er in doppelter Überzahl nach einer herrlichen Einzelaktion. Klasen hatte auch beim 3:3 und 4:3 seinen Stock im Spiel, womit er in diesen Playoffs nun 17 Skorerpunkte (5 Tore) erzielt hat.

Das Powerplay des SCB funktionierte

Die Berner, die im Viertelfinal gegen Qualifikationssieger ZSC Lions (4:0) und im Halbfinal gegen den letztjährigen Schweizer Meister Davos (4:1) nur eine Niederlage erlitten hatten, liessen sich durch den Rückstand nicht entmutigen. Im Gegenteil: Die Gäste setzten die Tessiner im zweiten Drittel mit aggressivem Forechecking unter Druck, was sich auszahlte. Hatte der SCB in den ersten neun Partien in diesen Playoffs sechs Tore im Powerplay erzielt, traf er nun gleich dreimal mit einem Mann mehr.

Für zwei Tore zeichnete Ramon Untersander verantwortlich. Beim 1:2 (24.) stand der Verteidiger goldrichtig, nachdem Patrick Roy zuvor nur den Pfosten getroffen hatte. Beim 3:2 traf er mit einem Weitschuss. Untersander unterstrich damit seine Topform; in den letzten 19 Spielen hat er nicht weniger als sieben Tore und zwölf Assists realisiert. Das 2:2 schoss Conacher (27.), der in der elften Minute nur die Latte getroffen hatte. Kurz davor hatte Max Lapierre die grosse Chance zum 3:1 vergaben, er scheiterte solo vor Jakub Stepanek. In der 45. Minute vergab der Kanadier eine ausgezeichnete Möglichkeit zum 5:3.

Eine Serie wird reissen

Am Dienstag im zweiten Spiel in Bern wird mit Sicherheit eine Serie reissen. Der SCB hat bislang in diesen Playoffs sämtliche Heimspiele gewonnen, Lugano war auswärts nie zu bezwingen. Für weiteres Spektakel dürfte also gesorgt sein.
 
Luganos Damien Brunner (r) erzielt im zweiten Drittel innerhalb von 71 Sekunden zwei Treffer. (Bild: Keystone)
Resega. 7800 Zuschauer (ausverkauft).
SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli.
Tore: 6. Klasen (Chiesa) 1:0. 18. Klasen (Ausschlüsse Gian-Andrea Randegger, Conacher) 2:0. 24. Untersander (Roy, Helbling/Ausschluss Fazzini) 2:1. 27. Conacher (Ebbett/Ausschluss Furrer) 2:2. 31. Untersander (Ebbett, Roy/Ausschluss Klasen) 2:3. 39. Brunner (Martensson, Klasen/Ausschlüsse Helbling, Conacher) 3:3. 40. (39:58) Brunner (Pettersson, Klasen/Ausschluss Conacher) 4:3. 48. Scherwey (Plüss, Stepanek) 4:4. 51. Hofmann (Bertaggia) 5:4.
Strafen: je 6mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Conacher.
Lugano: Merzlikins; Hirschi, Kparghai; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Walker, Sannitz, Lapierre; Pettersson, Martensson, Klasen; Brunner, Hofmann, Bertaggia; Fazzini, Dal Pian, Reuille.
Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Helbling, Gerber; Flurin Randegger, Blum; Kreis; Bodenmann, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Reichert, Plüss, Scherwey; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Stapleton (überzähliger Ausländer), Kienzle, Steinmann und Morini. Bern ohne Luca Hischier, Bergenheim, Bührer, Kobasew, Kousa (alle verletzt), Krueger (gesperrt) und Smith (überzähliger Ausländer). – Pfosten/Lattenschüsse: 11. Conacher, 24. Roy. – Bern ab 58:58 ohne Goalie. – Timeout Bern (60.).
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SC Bern       HC Lugano  Lugano
1 : 0
0:0, 0:0, 1:0
Dienstag 5. April 2016
Playoff Final NLA 2015/2016 Top Spiel 2
 
Der SCB meldet sich mit einem Minisieg zurück. Thomas Rüfenacht erlöst die Berner kurz vor Schluss mit dem einzigen Treffer der Partie. (Bild: Keystone)
Lugano von Berns Wucht erdrückt
Im Playoff-Final zwischen Bern und Lugano steht es nach zwei Partien 1:1. Der SC Bern gewinnt sein erstes Heimspiel durch ein spätes Tor von Thomas Rüfenacht mit 1:0.

Erst nach 55 Minuten und 38 Sekunden gelang Rüfenacht das erste Goal im Spiel. Die Luganesi haderten wegen dieses Gegentreffers. Sie hätten zu dem Zeitpunkt eigentlich gerne noch in Überzahl gespielt. Die Referees ahndeten jedoch einen Ellbogencheck von Beat Gerber in Bandennähe an Gregory Hofmann in der 54. Minute lediglich mit einer Zweiminutenstrafe, obwohl Hofmann nach dem Rencontre blutete. Statt vier oder fünf Strafminuten gegen Beat Gerber gab es lediglich zwei Strafminuten. Und Bern skorte das Führungstor genau 27 Sekunden, nachdem Gerber wieder aufs Eis zurückgekehrt war.

Damit riss nur Luganos Serie. Die Tessiner hatten die ersten fünf Auswärtsspiele in den Playoffs, zwei in Zug und drei in Genf, alle gewonnen. Bern hingegen ist inklusive der letzten beiden Heimspiele in der Qualifikation in der PostFinance-Arena seit sieben Spielen unbesiegt.

Der eine Abpraller zuviel

Bis 262 Sekunden vor Schluss hielt Lugano dem beeindruckenden Ansturm Berns statt, dann gewährte der zuvor brillante Goalie Elvis Merzlikins (47 Paraden) einen Abprall zu viel: Derek Roy hatte geschossen, Rüfenacht erfasste die Gunst des entscheidenden Moments in der 56. Minute am schnellsten.

Dass einer jener Berner für den Unterschied sorgte, der wie kaum ein anderer ohne Kompromisse und Rücksicht auf Verluste zu kämpfen pflegt, passte gut ins Bild: Der SCB arbeitete den nur destruktiven Kontrahenten unerbittlich von der Eisfläche. Im Slot ohnehin, aber auch auf den Nebenschauplätzen, vor den Banden, eigentlich überall bekämpften sich die beiden aktuell formstärksten Equipen der Schweiz schonungslos. Auf verbaler Ebene verzichtete kein Beteiligter auf ein Scharmützel, die Ambiance war packend: NLA-Playoff wie im Bilderbuch – ein Abnützungskampf auf höchstem Niveau ist garantiert.

Berns Powerplay

Nicht nur die ersten fünf Berner Sturm- und Drang-Minuten fühlten sich wie ein Powerplay an. Der SCB erzeugte eine Druckwelle nach der anderen. So wuchtig, so entschlossen die Einheimischen starteten, so energisch setzte er im letzten Drittel abermals zu. Lugano taumelte teilweise regelrecht, mehr als ein paar Konter zur kurzzeitigen Entlastung hatten die Südschweizer nicht zu bieten.

Die Tempoverschärfungen Berns waren imposant, sie waren aber über 55 Minuten lang von einem einzigen Makel behaftet. Einzig die Präzision genügte nicht, die Raffinesse fehlte bis kurz vor dem Knock-out Luganos nicht, um nicht nur den dichten Tessiner Abwehrverbund auszuspielen, sondern auch den überragenden Keeper Elvis Merzlikins zu düpieren, der einen Big Save an den nächsten reihte.

Luganos Künstler kamen nicht zum Zaubern

Früh einmal zeichnete sich ab, dass die Bianconeri vor über 17'000 Zuschauern in erster Linie daran interessiert waren, die Flut der SCB-Angriffe einigermassen unversehrt zu überstehen. Sie hatten mit der heftigen Reaktion der Auftaktverlierer gerechnet und sich entsprechend formiert. Im Game-Plan Doug Sheddens kam für einmal vor allem das rustikale Element vor. Auf einen weiteren nahezu unkontrollierten Schlagabtausch liess sich Lugano drei Tage nach dem wilden 5:4-Erfolg nicht mehr ein. Die Fraktion der Spektakel-Spezialisten hielt sich zurück, die Bühne gehörte den harten Arbeitern.

Bern hingegen riss die Kontrolle von der ersten Sekunde an sich und erspielte sich diverse Abschlussgelegenheiten. Der kollektive Wille, mit vereinter Kraft und Passion den Rückstand in der Serie bei erster Gelegenheit wettzumachen, war förmlich greifbar - aber mit Fortdauer der lange torlosen Partie eben auch die Angst, in einer extrem intensiven Angelegenheit bei einer minimalen Abweichung von der eigenen Ideallinie womöglich noch mehr an Terrain einzubüssen.

Speziell in Überzahl hemmte der selbst auferlegte Druck die dominanten Berner gleich reihenweise. In fünf Powerplay-Gelegenheiten tat sich der SCB vor allem schwer – während zwei Minuten gar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis.
 
Auch im zweiten Spiel feiert am Ende das Heimteam. (Bild: Keystone)
PostFinance-Arena. 17'031 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Stricker, Kovacs/Tscherrig.
Tor: 56. Rüfenacht (Roy) 1:0.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Conacher; Klasen.
Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Helbling, Beat Gerber; Flurin Randegger; Bodenmann, Ebbett, Simon Moser; Conacher, Derek Roy, Rüfenacht; Tristan Scherwey, Martin Plüss, Reichert; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger.
Lugano: Merzlikins; Hirschi, Kparghai; Chiesa, Philippe Furrer; Stefan Ulmer, Julien Vauclair; Kienzle; Julian Walker, Sannitz, Lapierre; Pettersson, Martensson, Klasen; Damien Brunner, Gregory Hofmann, Bertaggia; Dal Pian, Schlagenhauf, Reuille; Romanenghi.
Bemerkungen: Bern ohne Luca Hischier, Kobasew, Bergenheim, Bührer, Kousa (alle verletzt), Kreis, Ness, Smith (alle überzählig), Lugano ohne Steinmann, Morini (beide verletzt), Fazzini, Stapleton, Diego Kostner und Sartori (alle überzählig).
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       SC Bern   
2 : 3
0:0,2:1,0:1,0:1 nV 
Donnerstag 7. April 2016
Playoff Final NLA 2015/2016 Top Spiel 3
 
Berns Tristan Scherwey (r) schiesst den SCB in der 70. Minute zum Sieg. (Bild: Keystone)
Lugano in der Overtime zu schwach
Bern schafft das Break: Der SCB bezwingt Lugano in einer hektischen Partie auswärts 3:2 nach Verlängerung und führt in der Serie 2:1.

In der Zusatzschicht eines über dreistündigen Hockey-Thrillers legte nur noch eine Mannschaft abermals zu: der SCB, der wegen seiner etwas breiteren Besetzung über ein Quäntchen mehr Kraft verfügte. Die 2:1-Führung in der Best-of-7-Serie könnte angesichts der minim grösseren Ressourcen Berns kursweisend sein. Den Bianconeri droht eher früher als später ein Treibstoffengpass.

Am Abend der zahllosen und überschäumenden Emotionen, das Spiel der grossen Wogen innerhalb des teilweise kaum mehr zu bremsenden Publikums, das (zu) viele Unterbrüche und zusätzliche Eisreinigungen provozierte, rückte der Sport zeitweise in den Hintergrund. Zu viele gerieten in Wallung und verloren im Treibhaus Resega phasenweise die Contenance – Diskussionen, Lamento, Beschwerden in jeder Ecke und Kurve des ausverkauften Stadions.

Kein Penalty für Brunner

Als Damien Brunner bei einem späten Solo von Simon Moser mit dem Stock traktiert worden war, drohte zeitweise ein Tumult. Die Südschweizer verlangten einen Penalty und lagen nicht falsch, die Spielleiter indes werteten die Szene anders.

Nach einer Flut von gegenseitigen Provokationen und Boxeinlagen – 36 Strafminuten hatten die Referees innerhalb des hektischen ersten Abschnitts verhängt – konzentrierte sich Bern zunächst schneller wieder auf das Wesentliche. Simon Bodenmann verschaffte dem SCB in Unterzahl nach einem Konter den ersten Vorteil.

Lapierre trifft

Die Tessiner Reaktion blieb indes nicht aus. Tony Martensson, mit acht Treffern in 13 Partien aktuell der beste Playoff-Finisseur, spielte einmal mehr seine grosse Klasse aus. Der 35-jährige Schwede verarbeitete ein Zuspiel Ulmers perfekt. In der 38. sorgte mit Maxim Lapierre ausgerechnet jener Akteur für die temporäre 2:1-Führung, der im Normalfall nur die Big Points im physischen Bereich zuständig ist. Der Kanadier, zuvor die Nummer 77 der Playoff-Skorerliste, mit der eher unrühmlichen Referenz von 730 Strafminuten in 694 NHL-Partien auf der Schweizer Bühne angekommen, lenkte eine Scheibe unhaltbar ab.

«Lugano wird wieder mit einer anderen Intensität auftreten», hatte Alex Chatelain nach der höchst einseitigen Angelegenheit im zweiten Akt (1:0) prognostiziert. Der SCB-Sportchef täuschte sich nicht. Die Startphase war nicht mehr vergleichbar mit jener am Dienstagabend.

Mehrere Scharmützel

Die Tessiner verwickelten die Gäste auf allen Ebenen in einen wilden Kampf. Vor allem im ersten Drittel folgte nahezu jedem harten Duell ein längeres Scharmützel. Sannitz und Conacher lösten in der 16. eine mehrminütige Auseinandersetzung mit diversen privaten Abrechnungen aus. Sekunden vor der ersten Pause verliessen sogar Luganos Nordländer die Komfortzone – Klasen prügelte, Pettersson ebenfalls. Lokale Beobachter wunderten sich, weil die Schweden mit ihrer eher schmalen Postur in der Regel solchen Rencontres konsequent ausweichen würden.

Mitten in der aufgeheizten Atmosphäre liess sich selbst der in der Regel besonnene SCB-Coach Lars Leuenberger früh aus der Reserve locken. Die «Unterredung» mit Doug Shedden verlief so intensiv wie die Checks auf dem Eis. Der Austausch von zwei, drei Nettigkeiten erinnerte zumindest ansatzweise an die Epoche der legendären Playoff-Rivalitäten zwischen Luganos «Il mago» John Slettvoll und seinem Ex-Antipoden Bill Gilligan.

Auf die richtige Linie gelotst

Leuenberger fand den Fokus allerdings ziemlich schnell wieder und lotste seine Equipe auf dem Hauptschauplatz auf die richtige Linie. Als die Berner ihre Betriebstemperatur auf angemessene Ausmasse senkten und ihre Energie im richtigen Moment in Konstruktives investierten, verschafften sie sich wieder Zugriff zu einer Partie, die nicht nur den Schiedsrichtern, sondern auch ihnen zu entgleiten drohte.

Aber nicht nur die Hitzköpfe Berns beruhigten sich im Finish wieder, auch Luganos Adrenalin-Fraktion passte die eigene Drehzahl im richtigen Augenblick wieder der Bedeutung des Spiels an. Brunner und Co. setzten in der Overtime vermehrt auf ihre Kernkompetenzen – die Rückkehr zur Normalität genügte nicht, nach 69 Minuten und 25 Sekunden jubelten nur die Berner.
 
Auch die beiden Trainer, Luganos Doug Shedden und Berns Lars Leuenberger, hatten Gelegenheit zu Wortgefechten. (Bild: FreshFocus)
Resega. 7800 Zuschauer (ausverkauft).
SR Kurmann/Massy, Bürgi/Wüst.
Tore: 21. Bodenmann (Ebbett/Ausschluss Rüfenacht!) 0:1. 26. Martensson (Ulmer/Ausschluss Blum) 1:1. 38. Lapierre (Chiesa, Sannitz) 2:1. 47. Ebbett (Moser, Jobin) 2:2. 70. Scherwey (Plüss) 2:3.
Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Lugano, 10mal 2 plus 10 Minuten (Roy) gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Conacher.
Lugano: Merzlikins; Hirschi, Kparghai; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Kienzle; Brunner, Hofmann, Bertaggia; Walker, Sannitz, Lapierre; Kostner, Schlagenhauf, Reuille; Fazzini.
Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Helbling, Gerber; Flurin Randegger; Bodenmann, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Scherwey, Plüss, Reichert; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Steinmann (verletzt, Stapleton, Sartori, Romanenghi (alle überzählig), Bern ohne Hischier, Kobasew, Bergenheim, Bührer, Kousa (alle verletzt), Kreis, Ness, Smith (alle überzählig). 4. Pfostenschuss von Pascal Berger. 73. Timeout von Lugano.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



SC Bern       HC Lugano  Lugano
2 : 1
0:1,0:0,1:0,1:0 nV
Samstag 9. April 2016
Playoff Final NLA 2015/2016 Top Spiel 4
 
Bei Lugano kehrt Tim Stapleton ins Team zurück und bringt die Tessiner 1:0 in Führung. (Bild: Keystone)
Der SCB hat drei Matchpucks zum Titel
Der SC Bern schlägt Lugano nach Verlängerung 2:1. Damit fehlt den Bernern noch ein Sieg, um den Kübel in die Höhe stemmen zu können.

Der SC Bern steht dicht vor dem 14. Titelgewinn der Vereinsgeschichte. Dank dem zweiten Overtime-Sieg in Folge (2:1) gegen Lugano liegen alle Playoff-Final-Vorteile beim SCB.

Als Cory Conacher in der 77. Minute im Powerplay das 2:1 erzwang, traf der Topskorer Berns die Bianconeri mitten ins Herz. Den Ausgleich hatten sie erst in der 56. Minuten hinnehmen müssen, den endgültigen Knock-out erlitten sie 233 Sekunden  vor dem möglichen Penaltyschiessen. Das Stadion bebte, die Anhänger der bitteren Verlierer tobten und zündeten ohrenbetäubende Böller.

Weniger Emotionen im Spiel

Obschon die Vertreter des HC Lugano auf einen weiteren Auftritt mit Wild-West-Methoden im eigenen sportlichen Interesse verzichtet hatten, standen sie zum dritten Mal in Folge mit leeren Händen und Köpfen da. Der gemässigtere Stil wirkte lange optisch positiv aus, im Kernbereich hingegen veränderte sich nichts. Das negative Ergebnis in der siebten Overtime seit Beginn der «Crunch Time» liess sich nicht mehr abwenden.

Das zermürbende 1:3 in der Gesamtabrechnung wäre zu vermeiden gewesen. Nachdem zuletzt weder eine ultradefensive Haltung noch die rustikale und bisweilen gehässige Strategie zielführend war, näherten sich die Südschweizer mit einer Mixtur aus taktischer
Zurückhaltung und Disziplin bis tief in das dritte Drittel einem Coup.

Wieder die 56. Minute

In einer mehrheitlich eher zähflüssigen Angelegenheit entglitt Lugano der maximale Ertrag erst im Finish der regulären Spielzeit. Am letzten Dienstag hatte der SCB nach 56 Minuten das entscheidende 1:0 erzielt, nun korrigierte Simon Moser zum gleichen Zeitpunkt Tim Stapletons 1:0 (17.).

Der kräftige Flügel belohnte seine Equipe, die grösstenteils einen erheblichen Aufwand betrieben hatte, aber von der eigenen Ineffizienz oder Luganos Keeper Elvis Merzlikins gestoppt wurde. Und in der zweiten Zusatzschicht innerhalb von 48 Stunden wiederholte sich die Geschichte: Bern verschärfte das Tempo, die physisch ausgezehrten Luganesi taumelten abermals bis zum bitteren Déjà-vu-Effekt.

Ellbogenschlag gegen Brunner nicht geahndet

Dass ihnen mit dem angeschlagenen Damien Brunner – der beste Schweizer Stürmer verletzte sich wegen eines Rencontres mit Bodenmann – ausgerechnet in der Overtime ein möglicher Matchwinner nicht mehr zur Verfügung stand, weitete den Frust der Tessiner zusätzlich aus.

Bern hingegen zelebierte trotz erbitterten Widerstands den sechsten Heimsieg in Serie. Vor 17'031 Zuschauern liessen sich die Meister der knappen Entscheidungen - bei zehn ihrer elf Siege genügte die minimale Differenz - die Chance nicht entgehen, sich drei Titelpucks zu erkämpfen. Gemessen an der mentalen Verfassung der angezählten Herausforderer mutmasslich eine ideale SCB-Konstellation.

Sheddens Risiko

Das erste Signal hatte Doug Shedden schon vor dem ersten Puckeinwurf gesandt. Mit seinem Entscheid, Tim Stapleton für den zweimal in Folge enttäuschenden Fredrik Pettersson zu nominieren, entzog einem Drittel seiner schwedischen Fraktion im kapitalen vierten Spiel der umstrittenen Serie das Vertrauen.

Shedden riskierte viel – und verlor fast alles. Die Tre-Kronor-Formation hatte in der bisherigen Playoff-Kampagne 41 Skorerpunkte produziert. In guten Momenten pflegen die Nordländer in Eigenregie für den Unterschied zu sorgen. Sowohl beim 0:1 in Bern als auch auf dem Weg zur Overtime-Niederlage vor zwei Tagen kam das Trio indes nicht mehr wie gewünscht auf Touren.

Zunächst kritisierte Shedden die Hochlohnbezüger nur öffentlich, nun handelte er. Anstelle des letztjährigen NLA-Topskorers stand der während zwei Wochen überzählige Amerikaner Stapleton im Rink. Und ausgerechnet der in diesem Winter (zu) oft blasse US-Boy hielt die Hoffnung Luganos auf ein Comeback mit seiner ersten gelungenen Powerplay-Aktion lange offen.
 
Simon Moser bringt den SC Bern mit seinem Treffer vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit zum 1:1 überhaupt in die Verlängerung. (Bild: Keystone)
PostFinance-Arena.
Top Saison 2015/2016 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       SC Bern   
2 : 3
1:0, 0:2, 1:1 
Dienstag 12. April 2016
Playoff Final NLA 2015/2016 Top Spiel 5
 
Matchwinner ist Derek Roy. Mit seinem Shorthander in der 52. Minute schiesst er den SCB zum Titel. (Bild: Keystone)
Der SC Bern ist Schweizer Meister
Das SCB-Meistermärchen ist perfekt: Die Berner gewinnen das fünfte Final-Spiel in Lugano und holen sich den 14. Titel.

Der SC Bern erkämpft sich im beeindruckenden Stil den 14. Titel seiner 85-jährigen Vereinsgeschichte. Mit dem 3:2 in Lugano entschied der SCB die Playoff-Serie 4:1 zu seinen Gunsten.

Selbst in Unterzahl war die neue Nummer 1 der NLA nicht mehr aufzuhalten. Der Ex-NHL-Professional Derek Roy markierte in der 52. das entscheidende Tor und ebnete seiner Equipe mit dem vierten Sieg in Serie gegen die Bianconeri den souveränen Titelgewinn. Vicky Mantegazzas Aufruf zur Vernunft ist an den entsprechenden Stellen angekommen. Die Curva Nord investierte ihre gesamte Stimmkraft in positiver Absicht. Die Tifoseria präsentierte sich im landesweiten Fokus von ihrer schillernden Seite. Die temperamentvollsten Anhänger der NLA hatten die dezidierte präsidiale Botschaft verstanden. Statt einer kontaminierten Atmosphäre sorgten die Supporter auch nach dem aus ihrer Sicht enttäuschenden Ende für einen würdigen Rahmen.

Luganos Pech und Berns Klasse

Damien Brunners verletzungsbedingter Ausfall war im Vorfeld ein brisantes Thema. Der notgedrungene Verzicht auf den besten Schweizer Skorer löste bei Doug Shedden aber offenbar ein Prozess der Selbstreflexion aus. Ohne den neben dem schwedischen Trio
wichtigsten Vertreter der Künstlerfraktion tarierte der kanadische Trainer die Last der Verantwortung besser aus. Von der primär in den eigenen Reihen zermürbenden (Über-)Forcierung der Stars sah Shedden wenigstens im Spiel der letzten Chance ab.

Und die allgemeine Rückkehr zur Vernunft zahlte sich für die Einheimischen zumindest bis zum erneut späten Tiefschlag aus. Sie verschafften sich dank einem Slapshot Vauclairs nicht nur früh (6.) den ersten Vorteil, sie waren auch in der Lage, einen Doppelschlag Berns mit dem Umschwung innerhalb von 208 Sekunden vorübergehend zu korrigieren. Aber ein wichtiges Detail war auch zum vierten Mal in Folge und trotz markant besserer Balance im Team nicht zu beheben: Das Glück beanspruchte in diesem Titel-Duell in erster
Linie der SCB. Lugano setzte drei Pucks gegen den Pfosten - ein letztes Mal in der 52. Minute durch Ulmer; die Gäste hingegen profitierten praktisch im Gegenzug von einem «unforced error» der Tessiner und schlossen in Unterzahl den Konter zum Meisterglück ab.

So sehr sich die Luganesi um ein Comeback bemühten, sie scheiterten in fast allen Schattierungen. Nur einmal, beim wunderbaren 5:4 zum Auftakt, genügte das Spektakel der zusehends blasseren Schweden um Topskorer Linus Klasen. Mit der Wild-West-Methode liess sich so wenig ausrichten wie mit einer ultradefensiven Haltung. Und als Lugano vermehrt wieder auf spielerische Elemente und einheimisches Schaffen setzte - Luca Fazzini, der Mann aus der eigenen Nachwuchsabteilung verlängerte mit dem 2:2(45.)
zumindest die Hoffnung -, schlug Bern trotzdem eiskalt zu.
 
Der Abschluss der Saison. Der Disput aus dem dritten Spiel ist vergessen: Lugano-Coach Doug Shedden gratuliert Lars Leuenberger zum Titelgewinn.
(Bild: FreshFocus)
Resega. 7800 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Stricker, Kovacs/Tscherrig.
Tore: 5. Vauclair (Hofmann) 1:0. 21. Ebbett (Conacher, Untersander) 1:1. 25. Conacher (Rüfenacht, Roy) 1:2. 45. Fazzini (Lapierre, Chiesa) 2:2. 52. Roy (Ausschluss Blum!) 2:3.
Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Lapierre) gegen Lugano, 7mal 2 plus 10 Minuten (Roy) gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Conacher.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Kienzle, Hirschi; Walker, Sannitz, Bertaggia; Pettersson, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Hofmann; Kostner, Schlagenhauf, Reuille; Dal Pian.
Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Helbling, Gerber; Flurin Randegger; Scherwey, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Müller, Plüss, Reichert; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Kparghai, Steinmann, Morini (alle verletzt), Stapleton, Romanenghi (beide überzählig), Bern ohne Bodenmann (gesperrt), Luca Hischier, Kobasew, Bergenheim, Bührer, Kousa (alle verletzt), Nico Hischier, Kreis, Ness, Smith (alle überzählig). 27. Pfostenschuss von Chiesa. 28. Timeout von Bern. 33. Walker lenkt Puck gegen den Pfosten. 50. Timeout von Lugano. 52. Pfostenschuss von Ulmer. Lugano ab 58:13 ohne Goalie. 
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Playoff HC Lugano Saison 2015/2016