HC Lugano

Playoffspiele HC Lugano Saison 2016/2017



1/4 Final


ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
4 : 3
1:1, 2:0, 1:2
Samstag 4. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 1
 
Der Zürcher Pius Suter kommt völlig freistehend zu seinem Treffer zum 2:1. (Bild: Keystone)
Lugano startet schlecht in die Playoffs
So spannend hätte es am Ende nicht mehr werden müssen, nachdem Pius Suter die ZSC Lions nach 16 Sekunden des Schlussdrittels 4:1 in Führung gebracht hatten. Die Luganesi steckten jedoch nicht auf und brachten mit zwei Toren in den folgenden fünfeinhalb Minuten die Spannung zurück.

13 Jahre hatten die Fans auf die siebte Auflage des Playoff-Klassikers zwischen Zürchern und Luganesi warten müssen - und gleich die erste Partie gab einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Die spielerisch unterlegenen Tessiner wehrten sich mit allen Mitteln gegen die Niederlage und sorgten für einen sehr hart geführten Kampf.

Vauclair im Mittelpunkt

Die prägende Figur der ersten 40 Minuten war Julien Vauclair. Der 37-jährige Jurassier glich in seinem 805. NLA-Spiel (alle für Lugano) mit seinem 101. Tor zum 1:1 aus und sorgte später für die umstrittenste Szene des Abends. Kurz nach Spielmitte ging der Zürcher Topskorer Robert Nilsson nach einem Zweikampf mit Vauclair zu Boden - und konnte danach das Eis nur mit hinkend und mit fremder Hilfe verlassen. Der Schwede kehrte in der Folge nicht mehr aufs Eis zurück, weitere Informationen über eine möglicherweise gravierende Verletzung waren aus der ZSC-Kabine erwartungsgemäss nicht zu erhalten.

Der ZSC hatte viel Druck gemacht und die Tessiner mehrheitlich dominiert. Die entscheidende Differenz schuf der Zweite der Qualifikation im Mitteldrittel, als Suter nach schönem Pass von Nilsson und Verteidiger David Rundblad mit einem Weitschuss im Powerplay auf 3:1 erhöhten. Lugano-Goalie Elvis Merzlikins zeigte zwar einige spektakuläre Paraden, machte aber nicht den sichersten Eindruck.
 
Lugano-Goalie Elvis Merzlikins hat sich über mangelnde Arbeit nicht zu beklagen. (Bild: Keystone)
Hallenstadion. 10'343 Zuschauer.
SR Fischer/Stricker, Gnemmi/Obwegeser.
Tore: 4. Schäppi 1:0. 17. Vauclair (Fazzini) 1:1. 23. Suter (Nilsson, Thoresen) 2:1. 37. Rundblad (Geering/Ausschluss Bürgler) 3:1. 41. (40:16) Herzog (Rundblad/Ausschluss Bertaggia) 4:1. 43. Fazzini (Klasen, Bürgler/Ausschluss Trachsler) 4:2. 46. Lapierre 4:3.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen ZSC, 7mal 2 plus 10 (Merzlikins) Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Nilsson; Klasen.
ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Phil Baltisberger, Guerra; Nilsson, Suter, Thoresen; Pestoni, Shannon, Wick; Herzog, Schäppi, Kenins; Künzle, Trachsler, Chris Baltisberger.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Bürgler, Zackrisson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Sannitz; Brunner, Martensson, Hofmann; Walker, Gardner, Bertaggia; Reuille.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Sjögren, Lugano ohne Kparghai (beide verletzt) und Wilson (überzähliger Ausländer). 32. Pfostenschuss Suter. 32. Nilsson verletzt ausgeschieden. 33. Brunner verletzt ausgeschieden. Timeout Lugano (58:26), danach ohne Goalie.
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
4 : 3
2:1, 0:1, 2:1 
Dienstag 7. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 2
 
Allen anderen Luganesi mit zwei erzielten Toren voran, Luca Fazzini. (Bild: Keystone)
Lugano kann die Serie ausgleichen
Nachdem er zwei Drittel lang unterlegen ist, verdient sich der HC Lugano mit einer Leistungssteigerung den 4:3-Sieg gegen die ZSC Lions und den Ausgleich in der Serie. Zweimal machen die ZSC Lions eine Führung Luganos wett – und dies verdientermassen. Am Ende sorgt aber mit Luca Fazzini ein Eigengewächs für die Entscheidung. Der Tessiner, der nächste Woche seinen 22. Geburtstag feiert, erzielt das 3:2 und und 4:2 im Schlussdrittel.

Die Zürcher sind im Sottoceneri zwar die aktivere und spielerisch bessere Mannschaft, Lugano aber kaltblütiger und effizienter. David Rundblad bringt fünfeinhalb Minuten vor Schluss mit dem 4:3 zwar nochmals Spannung – und Hektik – zurück, der starke Lugano-Goalie Elvis Merzlikins lässt sich aber nicht mehr bezwingen.

Das 2:2 nach zwei Dritteln hatte den Tessinern geschmeichelt. Am Ende zeigt die Schussstatistik 23 Abschlüsse Luganos und 46 der Gäste an. Den Löwen fehlt aber wohl die Kreativität ihres verletzten Topskorers Robert Nilsson. Mehr jedenfalls, als die Bianconeri den ebenfalls verletzten Damien Brunner und den gesperrten Julien Vauclair vermissen. Der Kanadier Ryan Wilson ersetzt Vauclair, dafür muss Stürmer Patrik Zackrisson auf die Tribüne. Wilson fügt sich gut ein und bereitete das 1:0 durch den zuletzt enttäuschenden Linus Klasen magistral vor.

Pius Suter gleicht diesen ersten Rückstand nach einem Fehler Ryan Gardners aus, dieser revanchiert sich aber mit dem 2:1 nach gutem Forechecking. Das 2:2 gelingt Inti Pestoni im Powerplay. Mit je vier kleinen Strafen ist die Partie zwar intensiv, aber nicht übertrieben hart.
 
51 Sek. nachdem die Schiedsrichter diese zweite Playoff-Partie eröffneten, bringt Topskorer Linus Klasen die Resega ein erstes Mal zum toben. (Bild: Keystone)
Resega. 6143 Zuschauer.
SR Mollard/Vinnerborg, Gnemmi/Obwegeser.
Tore: 1. (0:51) Klasen (Wilson) 1:0. 4 Suter (Thoresen) 1:1. 18. Gardner (Romanenghi) 2:1. 35. Pestoni (Wick, Shannon/Ausschluss Sannitz) 2:2. 45. Fazzini (Chiesa) 3:2. 53. Fazzini (Klasen/Ausschluss Geering, Strafe gegen ZSC Lions angezeigt) 4:2. 55. Rundblad 4:3.
Strafen: je 4mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Klasen; Thoresen.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Chiesa; Wilson, Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Bürgler, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Reuille; Hofmann, Sannitz, Bertaggia; Walker, Gardner, Morini; Romanenghi.
ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Geering, Rundblad; Seger, Marti; Phil Baltisberger, Guerra; Herzog, Suter, Thoresen; Pestoni, Shannon, Wick; Künzle, Schäppi, Kenins; Bachofner, Trachsler, Chris Baltisberger.
Bemerkungen: Lugano ohne Kparghai, Brunner (beide verletzt), Vauclair (gesperrt) und Zackrisson (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Sjögren und Nilsson (beide verletzt). 37. Pfostenschuss Hofmann. 58. (57:59) Timeout ZSC Lions, danach ohne Goalie.
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ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
1 : 0
0:0, 1:0, 0:0
Donnerstag 9. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 3
 
Ein einziges Mal kann der ZSC, hier Reto Schäppi, jubeln. Doch das reicht.
(Bild: Keystone)
Lugano kann im Hallenstadion einfach nicht gewinnen
47 Sekunden sind im Hallenstadion gespielt, als Fabrice Herzog auf das Tor von Merzlikins loszieht und von Wilson gefällt wird. Klare Sache – Penalty! Doch Merzlikins bewahrt seine Mannschaft vor dem Kaltstart und wehrt den Versuch von Herzog ab. Der ZSC verzeichnet im ersten Drittel zwar mehr Möglichkeiten, am nächsten kommt dem Führungstreffer jedoch Gregory Hofmann, der in der 11. Minute aus bester Position scheitert.

Auch das zweite Drittel scheint torlos zu enden – nur Patrick Geering hat da entschieden etwas dagegen. Merzlikins wird beim Handgelenkschuss Geerings von Herzog und Schäppi die Sicht versperrt – und plötzlich liegt die Scheibe im Netz. Der ZSC geht unmittelbar vor der zweiten Pause in Führung.

Lugano vermag das Ruder im Schlussdrittel nicht mehr herumzureissen – auch weil Schlegel im Tor der Zürcher eine tadellose Leistung zeigt. Die ZSC Lions gewinnen das dritte Spiel der Serie mit minimalem Aufwand und gehen mit 2:1 in Führung.
 
Mit letztem Einsatz bremst Luganos Philipp Furrer den anstürmenden Pius Suter.
(Bild: Keystone)
Hallenstadion. 10'500 Zuschauer.
SR Eichmann/Kurmann, Bürgi/Kovacs.
Tore: 40. (39:40) Geering (Thoresen/Ausschluss Furrer) 1:0.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 9mal 2 plus 10 (Lapierre) Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Thoresen; Klasen.
ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Guerra, Phil Baltisberger; Thoresen, Suter, Chris Baltisberger; Herzog, Schäppi, Kenins; Pestoni, Shannon, Wick; Künzle, Trachsler, Bachofner.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Wilson; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Bürgler, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Reuille; Walker, Gardner, Morini; Bertaggia, Sannitz, Hofmann; Romanenghi.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Sjögren und Nilsson (beide verletzt), Lugano ohne Kparghai, Brunner (beide verletzt), Vauclair (gesperrt) und Zackrisson (überzähliger Ausländer). 1. (0:47) Herzog scheitert mit Penalty an Merzlikins. Pfosten-/Lattenschüsse: Sannitz (34.), Bürgler (54.), Hofmann (58.). 59. (58:31) Timeout Lugano. Lugano von 58:25 bis zum Schluss ohne Goalie.
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
3 : 2
1:1, 2:1, 0:0 
Samstag 11. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 4
 
Luganos Raffaele Sannitz vollendet nach einem Konter zum 1:0. (Bild: Keystone)
Lugano ist immer noch im Rennen
Die wichtigsten Szenen ereigneten sich nach 38 Minuten. Bei einem Gegenangriff Luganos stand ein Linienrichter Severin Blindenbacher im Weg. Blindenbacher bugsierte den Linesman zu Boden. Er stiess ihn mit der Hand an den Kopf, ausserdem verhedderten sich die Schlittschuhe des Unparteiischen in Blindenbachers Stock. Blindenbacher kassierte eine Fünfminutenstrafe. Ein Verfahren und mindestens eine weitere Spielsperre (wenn nicht mehr) dürften folgen.

Die kurzfristige Folge von Blindenbachers Aussetzer: Während seines Ausschlusses skorte Lugano durch den Schweden Patrik Zackrisson zwölf Sekunden vor der zweiten Pause das wegweisende 3:2.

Im Schlussabschnitt kontrollierte Lugano die Partie. Die ZSC Lions kamen nur noch bei zwei Powerplay-Möglichkeiten zu Ausgleichschancen. Die grösste vergab Ryan Shannon in der 59. Minute. Sekunden später leistete sich Chris Baltisberger mit einem Crosscheck in der Offensivzone die Zweiminutenstrafe, welche die letzte Überzahlchance vorzeitig beendete. 
Alessio Bertaggia und Mathias Seger jagen dem Puck nach. (Bild: Keystone)
Resega. 7604 Zuschauer.
SR Koch/Wehrli, Bürgi/Kovacs.
Tore: 14. Sannitz (Bürgler) 1:0. 20. (19:41) Herzog (Geering, Rundblad/Ausschlüsse Reuille, Ronchetti) 1:1. 28. Philippe Furrer (Fazzini/Ausschluss Marti) 2:1. 29. Marti (Seger) 2:2. 40. (39:48) Zackrisson (Klasen, Philippe Furrer/Ausschluss Blindenbacher) 3:2.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lugano, 4mal 2 plus 5 Minuten (Blindenbacher) plus Spieldauer (Blindenbacher) gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Wick
Lugano: Merzlikins; Philippe Furrer, Chiesa; Wilson, Stefan Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Klasen, Zackrisson, Fazzini; Gregory Hofmann, Martensson, Bertaggia; Walker, Gardner, Reuille; Romanenghi, Sannitz, Bürgler; Morini.
ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Jonas Siegenthaler; Geering, Rundblad; Seger, Marti; Samuel Guerra; Roman Wick, Suter, Chris Baltisberger; Pestoni, Trachsler, Künzle; Herzog, Schäppi, Kenins; Bachofner, Shannon, Hinterkircher; Phil Baltisberger.
Bemerkungen: Lugano ohne Kparghai, Brunner (beide verletzt), Julien Vauclair und Lapierre (beide gesperrt), ZSC Lions ohne Patrik Bärtschi, Sjögren und Nilsson (alle verletzt) und Thoresen (gesperrt). - Timeout ZSC Lions (59:53).
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
1 : 2
0:0, 1:1, 0:1
Dienstag 14. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 5
 
Die ZSC Lions gehen zuerst in der 23. Minute durch Roman Wick im Powerplay 1:0 in Führung. (Bild: Keystone)
Lugano schafft das Break
Der HC Lugano legt im packenden Playoff-Viertelfinal gegen die ZSC Lions erstmals vor. Die Tessiner gewannen das fünfte Spiel in der Best-of-7-Serie in Zürich dank zwei Toren von Julien Vauclair mit 2:1 und können am Donnerstag in der Resega alles klar machen. Nach den ausgiebigen Diskussionen der letzten Tage rund um die Sperre von ZSC-Verteidiger Severin Blindenbacher stand am Dienstag im Hallenstadion endlich wieder das Geschehen auf dem Eis im Mittelpunkt. Im Rink entwickelte sich vor 10'202 Zuschauern der erhoffte Schlagabtausch zwischen dem Qualifikationszweiten und dem letztjährigen Playoff-Finalisten. Lange mit Vorteilen für die Zürcher, das bessere Ende behielten jedoch die Gäste aus dem Tessin für sich.

Matchwinner Vauclair

Bei seiner Rückkehr ins Hallenstadion führte Vauclair seine Mannschaft zum ersten Auswärtssieg in der Serie. Die Luganesi waren dem ZSC zwar spielerisch unterlegen, sie gaben jedoch nie auf und wurden für ihren Aufwand belohnt. Der 1:1-Ausgleich nach 34 Minuten erzielte Vauclair fallend im dritten Nachschuss. Das Siegtor durch den 37-jährigen Routinier gut sechs Minuten vor dem Ende fiel dann in Überzahl, nachdem die Gäste zuvor fünf Powerplays ungenutzt hatten verstreichen lassen.

ZSC zu ineffizient

Der ZSC war seinem Gegner spielerisch zwar überlegen (31:24 Torschüsse), konnte diesen Vorteil aber nicht in Tore ummünzen. Erst in der 23. Minute erlöste Roman Wick die Zürcher, die wieder mit dem genesenen Schweden Mattias Sjögren aber ohne den gesperrten Patrick Thoresen antreten konnten, mit dem 1:0 in Überzahl. Für den viel gescholtenen Wick war es der erste Treffer in dieser Serie und zugleich sein 100. im Dress des ZSC.
 
Man of the Match: Luganos Julien Vauclair mit zwei Toren. (Bild: Keystone)
Hallenstadion. 12'202 Zuschauer.
SR Mollard/Vinnerborg, Castelli/Wüst.
Tore: 23. Wick (Geering/Ausschluss Hirschi) 1:0. 34. Vauclair (Zackrisson) 1:1. 55. Vauclair (Hofmann, Lapierre/Ausschluss Marti) 1:2.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Wick; Klasen.
ZSC Lions: Schlegel; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Phil Baltisberger, Jonas Siegenthaler; Guerra; Wick, Suter, Herzog; Kenins, Sjögren, Schäppi; Pestoni, Trachsler, Künzle; Bachofner, Shannon, Chris Baltisberger; Hinterkircher.
HC Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Fazzini, Lapierre, Sannitz; Bürgler, Zackrisson, Klasen; Bertaggia, Martensson, Hofmann; Walker, Gardner, Romanenghi; Reuille.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Nilsson (verletzt), Blindenbacher und Thoresen (beide gesperrt), Lugano ohne Kparghai und Brunner (beide verletzt), sowie Wilson (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Lapierre (26.). ZSC Lions ab 58:45 ohne Torhüter und mit sechstem Feldspieler.
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
2 : 1
2:0, 0:1, 0:0 
Donnerstag 16. März 2017
Playoff 1/4 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 6
 
Der ZSC ist besiegt. Hier stellvertretend Luganos Philipp Furrer über dem Zürcher Pius Suter. (Bild: Keystone)
Unglaublich - Lugano wirft den ZSC aus dem Rennen und steht im Halbfinal
Ein Doppelschlag von Dario Bürgler (in Überzahl) und Julien Vauclair innert 38 Sekunden brachte die Luganesi auf die Siegerstrasse. Die beiden Tore in der 13. Minute fielen nach einem regelrechten Zürcher Startfurioso und völlig entgegen dem Spielverlauf. Im Halbfinal kommt es damit zur Neuauflage des letztjährigen Finals zwischen dem SC Bern und Lugano.

Die Stimmung in der mit 7373 nicht restlos ausverkauften Resega kochte über. Dazu trug auch bei, dass sich bei den Zürchern im Vorfeld der Partie Ärger breit machte, dass der HC Lugano am Donnerstagmorgen in einem Ablehnungsbegehren die Absetzung der beiden Einzelrichter Oliver Krüger und Victor Stancescu gefordert hat. Stancescu legte nur wenige Stunden später sein Amt nieder. Der Anwalt und frühere Spieler des EHC Kloten zog damit die Konsequenzen, dass ihm Befangenheit (Nähe zu diversen Spielern, u.a. zu Roman Wick) vorgeworfen wurde. Dieses Vorgehen der Tessiner goutierte man auf Seiten des ZSC überhaupt nicht.

Dementsprechend motiviert traten die Lions im Tessin auf, um ihren ersten Playoff-Sieg auf fremden Terrain nach zuletzt sechs Auswärtsniederlagen zu realisieren. Bereits nach sieben Sekunden prüfte Roman Wick Elvis Merzlikins ein erstes Mal. Der Lugano-Keeper war ein wichtiger Faktor, dass die Tessiner die Druckphase der Gäste zu Beginn schadlos überstanden und schliesslich den Vorsprung über die Runden brachten. Mehr als der 1:2-Anschlusstreffer durch Patrick Thoresen, der nach zwei abgesessenen Sperren zurückkehrte, liess Merzlikins nicht zu. Mit 37 Paraden wurde er zum Matchwinner.
 
Grund zum jubeln. Lugano schafft im sechsten Spiel die Halbfinal-Qualifikation und trifft dort auf den SC Bern.
(Bild: Keystone)
Resega. 7373 Zuschauer.
SR Mollard/Vinnerborg, Castelli/Wüst.
Tore: 13. (12:02) Bürgler (Zackrisson, Furrer/Ausschluss Schäppi) 1:0. 13. Vauclair (Bertaggia) 2:0. 23. Thoresen (Wick, Geering/Ausschluss Hirschi, Chiesa) 2:1.
Strafen: je 7mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Klasen, Thoresen.
HC Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Hirschi, Wilson; Ronchetti; Fazzini, Lapierre, Romanenghi; Bürgler, Zackrisson, Klasen; Bertaggia, Sannitz, Hofmann; Walker, Gardner, Reuille; Morini.
ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Phil Baltisberger; Wick, Suter, Thoresen; Herzog, Sjögren, Kenins; Künzle, Trachsler, Schäppi; Chris Baltisberger, Shannon, Pestoni; Bachofner.
Bemerkungen: Lugano ohne Brunner und Kparghai (beide verletzt), Sartori (überzählig) und Martensson (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Nilsson (verletzt), sowie Guerra (überzählig). Lattenschuss Hirschi (48.). Timeout ZSC Lions (59:54). ZSC Lions von 58:09 bis 59:01 und ab 59:12 ohne Torhüter und mit sechstem Feldspieler.
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



1 /2 Final


SC Bern       HC Lugano  Lugano
2 : 4
1:0, 0:1, 1:3
Dienstag 21. März 2017
Playoff 1/2 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 1
 
Luganos Alessandro Chiesa erzielt das Tor zum 1:2 für den Aussenseiter.
(Bild: Keystone)
Lugano startet gleich mit einem Break
Der Schlittschuhclub Bern wird sich ob dieser Auftaktniederlage ärgern. Die Partie begann für die Berner perfekt mit dem 1:0 von Tristan Scherwey nach bloss 35 Sekunden mit dem ersten Torschuss. Was folgte, lief weniger nach Plan. Bern dominiert klar. 16:3 lautete das Schussverhältnis des ersten Drittels. Aus der klaren Überlegenheit resultiert aber nichts mehr – auch weil Merzlikins stark aufspielt Simon Bodenmann, Martin Plüss, Alain Berger, Simon Moser, Andrew Ebbett und Ryan Lasch vergeben die grössten Möglichkeiten im ersten Abschnitt. Die Verteidiger David Jobin (30.) und Ramon Untersander (31.) besitzen die grössten Chancen zum 2:0 im zweiten Abschnitt.

Für die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor wird Bern in der zweiten Spielhälfte bestraft. Und am Ende siegt Lugano nicht einmal unverdient. Denn die Tessiner steigern sich nach dem verhaltenen ersten Abschnitt. Luganos Chancen werden immer zahlreicher und immer besser.

Luca Fazzini und Alessandro Chiesa, zwei Eigengewächse Luganos, machen aus dem 0:1 ein 2:1. Ramon Untersander gleicht nur anderthalb Minuten später für Bern nochmals aus. Dario Bürgler gelingt acht Minuten vor Schluss nach brillanter Vorarbeit von Linus Klasen und Patrik Zackrisson das siegbringende 3:2. 101 Sekunden vor Schluss besiegelt Eric Blum die Berner Niederlage mit einem Puckverlust an der offensiven blauen Linie gegen Maxim Lapierre, der uneigennützig dem ehemaligen Berner Ryan Gardner das 4:2 ins leere Tor ermöglicht.

Der SC Bern reagiert am Ende frustriert. Simon Moser kassiert für einen Bandencheck gegen Julien Vauclair eine Fünfminutenstrafe plus eine Spieldauerstrafe. Moser riskiert eine Sperre fürs zweite Halbfinalspiel vom Donnerstag. Ob das die Berner indessen schwächen würde, ist fraglich. Am Dienstag stand Moser ebenso wie Berns Topskorer Mark Arcobello bei allen vier Gegentoren auf dem Eis.
 
Berns Topskorer Mark Arcobello streckt sich vergeblich. (Bild: Keystone)
PostFinance-Arena. 17'031 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Kurmann, Fluri/Kaderli. -
Tore: 1. (0:35) Scherwey (Luca Hischier, Martin Plüss) 1:0. 37. Fazzini (Chiesa, Hirschi) 1:1. 44. Chiesa (Klasen) 1:2. 45. Untersander (Bodenmann, Lasch) 2:2. 53. Bürgler (Zackrisson, Klasen) 2:3. 59. Gardner (Lapierre) 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 plus 5 Minuten (Simon Moser) plus Spieldauer (Simon Moser) gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen.
Bern: Genoni; Blum, Untersander; Krueger, Jobin; Gerber, Andersson; Kamerzin; Moser, Arcobello, Rüfenacht; Scherwey, Plüss, Hischier; Bodenmann, Ebbett, Lasch; Müller, Gagnon, Berger; Randegger.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Chiesa; Vauclair, Ulmer; Ronchetti, Hirschi; Sartori; Klasen, Zackrisson, Bürgler; Hofmann, Martensson, Bertaggia; Sannitz, Lapierre, Fazzini; Reuille, Gardner, Walker; Morini.
Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Reichert (beide verletzt) und Garnett, Lugano ohne Wilson (beide überzählige Ausländer), Damien Brunner und Kparghai (beide verletzt) - Timeout Bern (58.)
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       SC Bern   
1 : 4
0:1, 1:1, 0:2 
Donnerstag 23. März 2017
Playoff 1/2 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 2
 
Berns Simon Bodenmann bringt die Hauptstädter mit 0:2 in Front.
(Bild: Keystone)
Lugano gibt Heimvorteil gleich wieder ab
In der Serie zwischen Meister SC Bern und Vorjahresfinalist Lugano sind nach zwei Spielen beide Teams wieder gleich weit. Bern siegt dank seiner Auswärtsstärke mit 4:1 und gleicht die Serie aus.

Berns Auswärtsstärke übertraf Luganos Heimvorteil. In den Viertelfinals gegen die ZSC Lions hatte Lugano alle drei Partien in der Resega gewonnen und war nie in Rückstand geraten. Am Donnerstag gerieten sie nach acht Minuten in Unterzahl in Rückstand. Diesem Defizit lief Lugano bis zuletzt erfolglos hinterher. Bern schirmte das Goal von Leonardo Genoni erneut hervorragend ab.

Entscheidung in den Schlussminuten

Die Siegsicherung gelang Bern in der 54. Minute, als Verteidiger Beat Gerber den Gast zum zweiten Mal im Spiel mit zwei Toren in Führung brachte (3:1). Auf das 0:2 durch Simon Bodenmann (31.) hatte Lugano fünf Minuten später mit dem Anschlusstreffer Gregory Hofmanns reagiert. Auf das 1:3 vermochten die Tessiner vor 7226 Zuschauern nicht mehr zu reagieren. 103 Sekunden vor Schluss setzte Martin Plüss mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt.

Lugano erwies sich auch im zweiten Spiel als nicht viel schlechter als Bern. Die Tessiner besassen ihre stärksten Momente im ersten Abschnitt, als sie dominierten, durch Hofmann (13.), Dario Bürgler (Lattenschuss in der 14. Minute) und einen Sololauf von Linus Klasen (17.) dreimal in aussichtsreichster Position aber den Ausgleich verpassten.
 
Luganos Tony Martensson auf der Verfolgung von Berns Justin Krüger.
(Bild: Keystone)
Resega. 7226 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli
Tore: 9. Ruefenacht (Lasch/Ausschluss Gregory Hofmann) 0:1. 31. Bodenmann (Ebbett) 0:2. 36. Gregory Hofmann (Lapierre, Fazzini/Ausschluss Simon Moser) 1:2. 54. Beat Gerber 1:3. 59. (58:17) Martin Plüss (Simon Moser) 1:4 (ins leere Tor).
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Lugano, 4mal 2 plus 10 Minuten (Ruefenacht) gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Arcobello.
Lugano: Merzlikins; Philippe Furrer, Chiesa; Julien Vauclair, Stefan Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Klasen, Zackrisson, Bürgler; Gregory Hofmann, Martensson, Bertaggia; Sannitz, Lapierre, Fazzini; Walker, Gardner, Reuille; Morini.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Bodenmann, Ebbett, Lasch; Alain Berger, Gagnon, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Damien Brunner und Kparghai (beide verletzt) und Wilson, Bern ohne Noreau (beide überzählige Ausländer). Julien Vauclair verletzt ausgeschieden (15.). - Lattenschuss Bürgler (14.). - Timeout Lugano (58.).
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



SC Bern       HC Lugano  Lugano
4 : 1
2:0, 1:1, 1:0
Samstag 25. März 2017
Playoff 1/2 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 3
 
Bern kommt zuhause zu einem ungefährdeten 4:1-Erfolg über Lugano. (Bild: Keystone)
Bern schiesst Powerplaytore Lugano nicht
Vier Tage nach der Startniederlage vor eigenen Fans befindet sich der SC Bern in der Halbfinalserie gegen Lugano erstmals im Vorteil. Bern gewinnt sein zweites Heimspiel dank drei Powerplaytoren mit 4:1 und führt in der Serie mit 2:1 Siegen.

Nichts ist mehr so wie letzten Dienstag, als Lugano in Bern 4:2 gewinnt. Damals hat Lugano clever, abgeklärt und effizient gespielt, derweil Bern erfolglos die besten Kräfte forciert hatte. Im dritten Spiel sieht sich nun Luganos Coach Greg Ireland genötigt, seine besten Akteure über Gebühr auszupressen. Linus Klasen steht schon in der Startphase während des ersten Powerplays fast fünf Minuten am Stück auf dem Eis.

Dass auch Luganos Verteidiger Extraschichten zu absolvieren haben, liegt indessen nicht an Ireland. Julien Vauclair, der die beiden ersten Partien der Serie nicht hatte beenden können, fehlt diesmal von Anfang an. Und mit Stefan Ulmer scheidet ein weiterer Back schon nach fünf Minuten und einem Bandencheck von Tristan Scherwey aus. Scherwey kassiert zum zweiten Mal in diesen Playoffs eine Spieldauer-Disziplinarstrafe und fehlt am Dienstag im vierten Spiel in der Resega erneut.

Das Foul Scherweys ist nur eines von diversen Scharmützeln in der Startphase. Luca Hischier (Bern) und Raffaele Sannitz (Lugano) geraten sich schon vor dem ersten Bully in die Haare. Philippe Furrer kassiert nach 16 Sekunden die erste Strafe. Und Scherwey weiss nach 286 Sekunden, dass er frühestens nächsten Donnerstag wieder wettkampfmässig aufs Eis zurück darf. Auch ganz am Schluss geht's nochmals rund, als Lugano Strafen im Sekundentakt sammelt.

Als matchentscheidend erweist sich diesmal Berns Effizienz im Überzahlspiel. In den ersten beiden Spielen der Serie hatte Bern aus acht Powerplay-Chancen bloss ein Tor erzielt. Diesmal skort der Meister in drei der ersten vier Überzahlgelegenheiten. Genau genommen benötigt Bern für die drei Powerplaytore zum 1:0 (durch Eric Blum), 2:0 (Andrew Ebbett) und 3:0 (Thomas Ruefenacht) nur 259 Überzahlsekunden. Lugano spielt 660 Sekunden lang Powerplay und schafft kein Tor. Luganos Held von Spiel 1, Goalie Elvis Merzlikins, muss nach 34 Minuten und drei Gegentoren seinen Platz für Daniel Manzato räumen. 
 
Luganos Steve Hirschi versucht Berns Gian-Andrea Randegger vom Tor wegzukriegen. (Bild: Keystone)
PostFinance-Arena. 17'031 Zuschauer (ausverkauft).
SR Massy/Stricker, Borga/Fluri.
Tore: 2. Blum (Moser, Martin Plüss/Ausschluss Philippe Furrer) 1:0. 20. (19:32) Ebbett (Untersander/Ausschluss Sannitz) 2:0. 34. Ruefenacht (Arcobello/Ausschluss Lapierre) 3:0. 37. Bertaggia (Zackrisson/Ausschluss Philippe Furrer!) 3:1. 52. Ruefenacht (Jobin, Arcobello) 4:1.
Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Scherwey) plus Spieldauer (Scherwey) gegen Bern, 12mal 2 plus 10 Minuten (Lapierre) gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen.
Bern: Genoni; Jobin, Krueger; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Alain Berger, Gagnon, Gian-Andrea Randegger; Marco Müller.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Philippe Furrer; Stefan Ulmer, Wilson; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Fazzini, Lapierre, Sannitz; Bürgler, Zackrisson, Klasen; Bertaggia, Gardner, Gregory Hofmann; Walker, Morini, Reuille; Romanenghi.
Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Reichert (beide verletzt) und Garnett, Lugano ohne Martensson (beide überzählige Ausländer), Damien Brunner, Kparghai und Julien Vauclair (alle verletzt). Stefan Ulmer verletzt ausgeschieden (5.).
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       SC Bern   
1 : 3
0:0, 0:2, 1:1 
Dienstag 28. März 2017
Playoff 1/2 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 4
 
Doppelschlag: Innert zwei Minuten sorgt der SCB im Mitteldrittel für einen Zwei-Tore-Vorsprung. (Bild: Keystone)
Bern holt sich Finalpuck
Nur ein Wunder verhilft Lugano noch in den Playoff-Final. Die Tessiner verlieren auch ihr zweites Heimspiel, diesmal mit 1:3. Dem SC Bern fehlt zum Finaleinzug nur noch ein Sieg.

Vor dem Schlussabschnitt schwörte der Stadion-Speaker die Fans beim Stand von 0:2 nochmals auf das ein, was folgen sollte. Non mollare mai! Jetzt nur nicht aufgeben! Nur mit 7000 Fans als siebentem Mann im Rücken schien die Wende noch möglich.

Anschlusstreffer kurz vor Schluss

Lugano gab nicht auf. Neun Minuten vor Schluss gelang Luca Fazzini der Anschlusstreffer. Trotz aller Fangesänge und Aufmunterung reichte es aber nicht mehr. Der Schlittschuhclub Bern erwies sich erneut als cleverer, effizienter. 74 Sekunden vor Schluss gelang Andrew Ebbett ins leere Tor das siegsichernde 3:1 für Bern. Erstmals in der Serie traf ein Ausländer. In der Viertelfinalserie gegen Biel hatten Arcobello und Konsorten noch zehn Tore erzielt. Gegen Lugano erwiesen sich bislang die Backs, die Verteidiger, als die grossen Helden.

Doppelschlag im Mitteldrittel

Die entscheidenden Szenen spielten sich in der Schlussphase des zweiten Abschnitts ab. Innerhalb von 101 Sekunden skorte der SC Bern die Goals vom 0:0 zum 2:0. Nach 36 Minuten hiess es zuerst Bully-Goal! Martin Plüss gewann das Anspiel, Verteidiger Beat Gerber hämmerte den Puck zum 1:0 ins Netz. Luganos Goalie Elvis Merzlikins ärgerte sich. Gerbers Schuss wurde zwar abgefälscht. Dennoch hätte Merzlikins von sich erwartet, den Slapshot zu parieren. Lugano vermochte das Gegentor nicht wegzustecken. Die Luganesi starteten anschliessend vor dem eigenen Gehäuse eine enorme Fehlerorgie. Verteidiger Stefan Ulmer vertändelte im Slot die Scheibe. Aaron Gagnon, Berns Viertliniensöldner, spielte hinter dem Goal mit dem Gegner Katz und Maus, legte dann die Scheibe zurück zu Verteidiger David Jobin, der das offene Tor nicht verfehlte.

Genoni überragend

Dennoch schmeichelte am Dienstag der Sieg den Bernern. Nach Schüssen dominierte Lugano mit 41:20. Aber auch Berns Goalie Leonardo Genoni (40 Paraden) spielte erneut phänomenal gut. Was Genoni nicht abwehren konnte, flog knapp neben dem Pfosten oder über der Latte am Kasten vorbei. Und Berns Verteidiger Beat Gerber erzielte nach 36 Minuten nicht nur das wegweisende Führungstor, einen Einsatz vorher hatte er bei Luganos bester Möglichkeit (als Klasen den Puck an Genoni vorbei vor das leere Berner Tor befördert hatte) mit dem Unterschenkel den Puck in höchster Not aus der Gefahrenzone spediert.
 
Hoffnungsschimmer: Luca Fazzini erzielt nach 52 Minuten den Anschlusstreffer zum 1:2. (Bild: Keystone)
Resega. 7348 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Kurmann, Fluri/Kaderli.
Tore: 36. Beat Gerber (Martin Plüss) 0:1. 38. Jobin (Gagnon) 0:2. 51. Fazzini (Bertaggia) 1:2. 59. Ebbett (Ruefenacht, Simon Moser) 1:3 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Arcobello.
Lugano: Merzlikins; Philippe Furrer, Chiesa; Wilson, Stefan Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Klasen, Zackrisson, Bürgler; Hofmann, Lapierre, Fazzini; Bertaggia, Sannitz, Romanenghi; Walker, Gardner, Reuille.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Bodenmann, Ebbett, Lasch; Alain Berger, Gagnon, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Damien Brunner, Kparghai, Julien Vauclair (alle verletzt) und Martensson, Bern ohne Garnett (beide überzählige Ausländer), Reichert und Noreau (beide verletzt). - Pfostenschuss Blum (16.). - Timeout Lugano (59:40).
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



SC Bern       HC Lugano  Lugano
4 : 3
0:0, 2:3, 1:0 nP
Donnerstag 30. März 2017
Playoff 1/2 Final NLA 2016/2017 Top Spiel 5
 
Maxim Lapierre bringt Lugano zunächst 0:1 in Führung. (Bild: Keystone)
Bern beendet im Penaltyschiessen Luganos Saison
Den entscheidenden Penalty verwandelte Marc Arcobello zum 2:1. Anschliessend bot sich Luganos «Bösewicht» Maxim Lapierre noch die Chance zum Ausgleich. Torhüter Leonardo Genoni liess sich aber nicht mehr bezwingen. Vorher hatten im Penaltyschiessen Damien Brunner für Lugano und Verteidiger Justin Krueger für Bern getroffen.

Lugano liess für das letzte Saisonspiel zwei Schlüsselspieler vorzeitig zurückkehren. Damien Brunner und Julien Vauclair taten wieder mit. Beide hätten nach ihren Verletzungen wohl erst am Samstag wieder gespielt, hätte nicht das Ausscheiden gedroht. Damien Brunners Comeback erwies sich nicht nur wegen des verwandelten Penalty für Lugano als Gewinn. Brunner stand während der regulären Spielzeit bei zwei der drei Luganeser Tore auf dem Eis. Weniger erfolgreich verlief die Rückkehr von «Julio» Vauclair, der nach 16 Minuten bereits wieder verletzt in die Kabine musste.

Bianconeri geben zweimal Vorsprung preis

Am Ende nützte Lugano aller Einsatz nichts. Die Tessiner führten in Spiel 5 während 28 Minuten, verloren am Ende die Serie aber in fünf Partien - genau gleich wie vor einem Jahr den Final. Während der zwei Verlängerungen besass Maxim Lapierre in der 71. Minute die grösste Chance, ein sechstes Spiel in Lugano zu erzwingen. Nächste Saison wird es nicht mehr möglich sein, dass für eine Mannschaft die Saison mit einem verlorenen Penaltyschiessen zu Ende geht. Aber der Saison 2017/18 werden alle Playoff-Verlängerungen bis zu einem Siegtor («sudden death») ausgespielt.

Vor der Overtime konzentrierte sich die «Action» auf den zweiten Abschnitt, in dem fünf Tore fielen. Lugano ging innerhalb von 227 Sekunden durch Maxim Lapierre und Alessio Bertaggia 2:0 in Führung. Bern glich binnen 239 Sekunden durch Mark Arcobello und Ryan Lasch aus. Raffaele Sannitz brachte Lugano aber 56,6 Sekunden vor der zweiten Pause erneut in Führung. Sannitz traf das offene Goal, nachdem Torhüter Leonardo Genoni den Schuss von Bertaggia nach vorne hatte abprallen lassen. Genoni kassierte im zweiten Abschnitt drei Gegentore bei nur fünf Paraden.

Blum schiesst SCB in die Verlängerung

Wer danach im Finish einen Berner Sturmlauf erwartete, der wurde lange enttäuscht. Gewiss erspielten sich die Berner Möglichkeiten. Ryan Lasch (41.), Thomas Ruefenacht (49.) und Martin Plüss (50.) boten sich Chancen. Andererseits gelang es Lugano im Schlussabschnitt erstmals in der Serie überhaupt, die Berner minutenlang in deren Zone einzuschnüren. Den Tessinern hatte sich durchaus die Möglichkeit geboten, vorzeitig alles klar zu machen.

213 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit gelang Bern doch noch der Ausgleich. Verteidiger Eric Blum traf mit einem Handgelenkschuss genau unter die Latte. In allen fünf Spielen der Serie erzielten Berner «Backs» mindestens ein Tor.

Schrecksekunde bei Elvis

Bemerkenswertes spielte sich noch bei Spielmitte ab. Zuerst musste Luganos Goalie Elvis Merzlikins am Hals behandelt werden, weil ihn die Kufe von Aaron Gagnons Schlittschuh «rasiert» hatte. Merzlikins konnte unhandicapiert weiterspielen. Mit seiner nächsten Parade - 78 Sekunden nach der Pflege gegen Justin Krueger - erspielte er sich ein Assist zu Bertaggias 2:0.

Kurioses ereignete sich auch beim ersten Berner Goal. Raffaele Sannitz gewann das Bully, anschliessend fälschte Sebastien Reuille den nach hinten flitzenden Puck unhaltbar für Merzlikins ins eigene Goal ab. Der Treffer wurde vorerst Mark Arcobello gutgeschrieben. Allerdings berührte der Kanadier beim «Bully» die Scheibe nicht. Gut möglich, dass nachträglich jenem Berner das Tor gutgeschrieben wird, der beim vorausgehenden Einsatz als letzter den Puck berührt hatte. Wer das gewesen ist, wusste am Donnerstagabend im ersten Moment kein Berner Spieler.
 
Berns Mark Arcobello geling aber im Penaltyschiessen der entscheidende Treffer. (Bild: Keystone)
PostFinance-Arena. 17'031 Zuschauer (ausverkauft).
SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli.
Tore: 25. Lapierre (Philippe Furrer) 0:1. 29. Bertaggia (Damien Brunner, Merzlikins) 0:2. 32. Arcobello (Ausschluss Hirschi) 1:2. 36. Lasch (Untersander, Ebbett) 2:2. 40. Sannitz (Bertaggia) 2:3. 57. Blum (Arcobello) 3:3. - Penaltyschiessen: Lasch - (gehalten), Damien Brunner 0:1; Bodenmann - (gehalten), Klasen - (gehalten); Martin Plüss - (gehalten), Fazzini - (gehalten); Krueger 1:1, Bürgler - (gehalten); Arcobello 2:1, Lapierre - (gehalten).
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Klasen.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Alain Berger, Gagnon, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Philippe Furrer; Hirschi, Wilson; Stefan Ulmer, Julien Vauclair; Ronchetti, Sartori; Bürgler, Zackrisson, Gregory Hofmann; Fazzini, Lapierre, Klasen; Bertaggia, Sannitz, Damien Brunner; Walker, Gardner, Reuille.
Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Reichert (beide verletzt) und Garnett, Lugano ohne Martensson (beide überzählige Ausländer). Julien Vauclair verletzt ausgeschieden (16.).
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel




Playoff HC Lugano Saison 2016/2017