HC Lugano

Playoffspiele HC Lugano Saison 2017/2018



1/4 Final


Lugano HC Lugano       HC Fribourg-Gottéron   HC Fribourg-Gottéron
6 : 2
3:1, 0:0, 3:1 
Samstag 10. März 2018
Playoff 1/4 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 1
 
Hattrick von Grégory Hofmann! Der Luganesi trifft im Startdrittel in der 7., 10. und 14. Minute. (Bild: Keystone)
Grégory Hofmann mit Hattrick im Startdrittel
Stürmer Grégory Hofmann führt Lugano mit einem Hattrick im Startdrittel zum 6:2-Auftaktsieg in der Viertelfinal-Serie gegen Fribourg-Gottéron. Lugano führte nach dem drittschnellsten Hattrick der Schweizer Playoff-Geschichte nach 14 Minuten bereits mit 3:0. Nationalstürmer Hofmann war innerhalb von 7:19 Minuten dreimal erfolgreich.

Hofmann nutzte beim 1:0 einen Stellungsfehler der Gäste zum 1:0 aus. Ein Geniestreich von Ryan Johnston, der überraschend dem Schweden Linus Klasen vorgezogen wurde, leitete das 2:0 von Hofmann ein. Vergleichbar kaltblütig wie beim 1:0 vollendete Hofmann zum siegweisenden 3:0. Im Schlussdrittel erhöhten Thomas Wellinger, Matteo Romanenghi und Maxim Lapierre noch auf 6:1.

Luganos Dominanz

Lugano war in den ersten und letzten 20 Minuten das bessere Team, Gottéron besass einzig im Mitteldrittel aufgrund einer vorübergehenden Passivität der Tessiner etwas mehr Spielanteile.

Dabei war der siebenfache Meister Lugano trotz Heimvorteil eher als Aussenseiter in die Serie gestartet. Denn mit Captain Alessandro Chiesa, Nationalstürmer Damien Brunner und Goalgetter Dario Bürgler muss Lugano für den Rest der Saison ohne ein Top-Trio auskommen. Und Gottéron hatte mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen zum Ende der Qualifikation überzeugt.
 
Die Bianconeri-Fans können heute ihre Mannschaft das erste Mal feiern.
(Bild: Keystone)
Resega. 6536 Zuschauer.
SR Hebeisen/Mollard, Progin/Wüst.
Tore: 7. Hofmann (Lapierre) 1:0. 10. Hofmann (Johnston) 2:0. 14. Hofmann (Lapierre) 3:0. 17. Kienzle 3:1. 48. Wellinger (Walker) 4:1. 54. Romanenghi (Cunti) 5:1. 56. Lapierre (Lajunen) 6:1. 57. Rossi (Sprunger/Ausschluss Sannitz) 6:2.
Strafen: je 7mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Fazzini; Cervenka.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Johnston; Ronchetti, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Riva; Hofmann, Lajunen, Lapierre; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Bertaggia; Zorin.
Fribourg-Gottéron: Brust; Kienzle, Chavaillaz; Glauser, Stalder; Kühni, Schilt; Maret; Mottet, Meunier, Birner; Rossi, Bykow, Cervenka; Sprunger, Schmutz, Marchon; Neuenschwander, Rivera, Tristan Vauclair; Fritsche.
Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Julien Vauclair (alle verletzt), Etem, Klasen (überzähliger Ausländer), Gottéron ohne Abplanalp, Rathgeb (beide verletzt) und Slater (krank). - 31. Lattenschuss Bykow. 
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



HC Fribourg-Gottéron  HC Fribourg-Gottéron       HC Lugano  Lugano
2 : 5
0:2, 1:1, 1:2 
Dienstag 13. März 2018
Playoff 1/4 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 2
 
Die auffälligste Figur der Luganesi ist Doppeltorschütze Maxim Lapierre.
(Bild: Keystone)
Lugano gelingt das Break
Lugano gelang gleich im ersten Auswärtsspiel das Break zur 2:0-Führung in der Serie. Beim 5:2 in Freiburg sind die Tessiner vor allem eines: effizienter. Im Gegensatz zur 2:6-Schlappe am Samstag in Lugano agierte Fribourg-Gottéron über weite Strecken auf Augenhöhe mit den Tessinern. Die entscheidenden Details machten die Bianconeri aber besser – und vor allem in den entscheidenden Momenten. Zweimal war Reizfigur Maxim Lapierre die grosse Figur. 64 Sekunden vor Ende des ersten Drittels erhöhte der Kanadier auf 2:0 und 40 Sekunden vor der zweiten Pause sorgte wieder Lapierre für die erneute Zweitore-Führung Luganos. In der 47. Minute sorgte der kanadische Verteidiger Ryan Johnston mit seinem ersten Tor auf Schweizer Eis zum 4:1 für die Vorentscheidung.

Demgegenüber mühte sich Fribourg mit viel Engagement ab, ausser dem 1:2 durch Nathan Marchons Ablenker und dem 2:4 durch Michal Birner zehn Minuten vor Schluss schaute jedoch nichts Zählbares heraus. Während Lapierre, der eigentlich eher fürs Grobe zuständig ist, in diesen Playoffs auch als Skorer brilliert, ist die Offensivabteilung Gottérons – besonders auch der in der Qualifikation überragende Roman Cervenka – nahezu inexistent. In 120 Minuten gelangen bei nummerischem Gleichstand magere zwei Tore. Ein Grund für die Ladehemmung ist der starke Elvis Merzlikins im Lugano-Tor, während sein Freiburger Antipode Barry Brust eine miserable Fangquote ausweist
 
Gottérons Julien Sprunger gelingt immerhin der Assist zum 2:4.
(Bild: Keystone)
BCF Arena. 6336 Zuschauer.
SR Stricker/Urban, Progin/Wüst.
Tore: 5. Sannitz (Furrer) 0:1. 19. Lapierre (Hofmann, Lajunen) 0:2. 22. Marchon (Schilt) 1:2. 40. (39:20) Lapierre (Lajunen) 1:3. 47. Johnston (Lajunen, Cunti/Ausschluss Sprunger) 1:4. 50. Birner (Sprunger, Cervenka) 2:4. 59. Ulmer (Sannitz, Lapierre) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg, 4mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Kienzle; Hofmann.
Fribourg-Gottéron: Brust; Maret, Schilt; Kienzle, Chavaillaz; Glauser, Stalder; Kühni; Sprunger, Cervenka, Birner; Neuenschwander, Meunier, Tristan Vauclair; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Schmutz, Marchon; Rivera.
Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Sanguinetti, Ronchetti; Ulmer, Wellinger; Riva; Walker, Sannitz, Reuille; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Vedova, Morini, Bertaggia; Fontana.
Bemerkungen: Fribourg ohne Slater, Abplanalp, Rathgeb (alle verletzt) und Holös (krank), Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Julien Vauclair (alle verletzt), Etem und Klasen (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Johnston (48.). Fribourg von 58:26 bis 58:43 ohne Goalie.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       HC Fribourg-Gottéron   HC Fribourg-Gottéron
3 : 4
3:1, 0:0, 0:2 nV 
Donnerstag 15. März 2018
Playoff 1/4 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 3
 
Lugano-Keeper Elvis Merzlikins ist machtlos gegen das Geschoss von Gottérons Killian Mottet in der Verlängerung. (Bild: Keystone)
Lebenszeichen von Gottéron
Fribourg-Gottéron sorgt für die Overtime-Premiere der diesjährigen Playoff-Ausgabe: Killian Mottet schloss in der 76. Minute mit dem goldenen Tor in Lugano den Umsturz vom 1:3 zum 4:3-Triumph ab.

Als in der Gesamtabrechnung ein deprimierendes 0:3 drohte, erzwang Gottérons tschechische Fraktion im dritten Drittel die Rückkehr. Michal Birner und Roman Cervenka, die beiden Olympia-Viertelfinalisten im Freiburger Kader, sorgten mit ihrer Doublette für die Grundlage zur späten Break-Sicherung Mottets.

Frustrierte Fribourger lassen die Fäuste spielen

Lange hatte indes wenig auf ein welsches Happy End hingedeutet. Aber ganz ohne Gegenwehr wollte sich Gottéron in der Resega nicht zum zweiten Westschweizer Viertelfinal-Statisten degradieren lassen. Auf Jani Lajunens 3:1 (17.) für die im ersten Drittel auf jeder Position besser bestückten Bianconeri reagierten die frustrierten Gäste zunächst auf Nebenschauplätzen mit Härte, ehe sie auch im sportlichen Sektor ein Comeback inszenieren.

Nachdem Tristan Vauclair, ein Stürmer mit mehrjähriger Vergangenheit im Sottoceneri, mit einer Attacke gegen Sébastien Reuille eine längere Kontroverse ausgelöst hatte, kam Fribourg spürbar auf. Nach 35 Strafminuten und drei Gegentoren fokussierte sich der aufgeputschte Aussenseiter fortan aufs Wesentliche.

Brust in Bestform

Und Keeper Barry Brust fand nach einem schwierigen Viertelfinal-Auftakt im letzten Moment den Tritt. Die Fangquote des Kanadiers war nach den ersten beiden Niederlagen auf 72 Prozent abgesackt, unter Hochdruck steigerte sich der frühere KHL-Professional markant und ermöglichte mit diversen Big Saves den Ausweg aus der heiklen Lage.
 
Euphorie pur: Nach 76 Minuten bejubeln die Fribourger Killian Mottets erlösenden Siegestreffer. (Bild: Keystone)
Resega
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



HC Fribourg-Gottéron  HC Fribourg-Gottéron       HC Lugano  Lugano
1 : 3
1:1, 0:2, 0:0 
Samstag 17. März 2018
Playoff 1/4 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 4
 
Abwehrarbeit wie hier von Luganos Stefan Ulmer und Goalie Elvis Merzlikins gab es in Hülle und Fülle zu verrichten.
(Bild: Keystone)
Lugano schafft wiederum ein Break
Der HC Lugano reagierte auf die Heimniederlage gegen Fribourg-Gottéron mit einem 3:1-Auswärtssieg und liegt auch in der Serie 3:1 in Führung. Fribourg hat es in den Playoffs verlernt, zuhause zu gewinnen. Nachdem es im Jahr 2018 zuvor in der heimischen St-Léonard ungeschlagen war, verlor es nun zum zweiten Mal gegen Lugano. Der Grund ist einfach: Trotz Chancen in Hülle und Fülle schiesst Gottéron viel zu wenig Tore.

Wie es geht, zeigte Lugano. Mitten in eine Druckphase der Freiburger erzielte Jani Lajunen in der 29. Minute das 2:1, weil der ungenügende Fribourg-Goalie Barry Brust den Puck weder blockieren noch aus der Gefahrenzone bringen konnte. Im zweiten Powerplay erhöhte Luca Cunti 45 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels auf 3:1.

Anstatt ins Gehäuse

Im Gegensatz zum Auswärtsspiel am Donnerstag reichte dieser Zweitore-Vorsprung für Lugano, weil Fribourg auch im letzten Abschnitt vor dem starken Elvis Merzlikins viel zu ineffizient agierte.
Auf der anderen Seite schlugen sich die Freiburger oft selber. Das 0:1 nach gut drei Minuten war ein Eigentor von Jonas Holös, der den Puck sehr ungelenk ins eigene Tor bugsierte, beim 1:2 sahen Brust und Andrea Glauser schlecht aus.

Aus den vielen Freiburger Chancen resultierte nur der zwischenzeitliche Ausgleich durch Matthias Rossi. Zum Teil war auch Pech dabei. Rossi (10.), Glauser (14.) und PostFinance-Topskorer Michal Birner (24.) trafen lediglich Pfosten oder Latte.
 
Auch heute. Fribourg-Gottéron kann in den Playoffs zu Hause nicht gewinnen.
(Bild: Keystone)
BCF Arena. 6500 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Massy, Kovacs/Obwegeser.
Tore: 4. (3:12) Lapierre (Morini) 0:1 (Eigentor Holös). 5. (4:07) Rossi (Bykow) 1:1. 29. Lajunen 1:2. 40. (39:15) Cunti (Sanguinetti, Furrer/Ausschluss Sprunger) 1:3.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Fribourg, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Birner; Lapierre.
Fribourg-Gottéron: Brust; Glauser, Stalder; Kienzle, Chavaillaz; Maret, Schilt; Holös; Sprunger, Cervenka, Birner; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Schmutz, Marchon; Neuenschwander, Meunier, Tristan Vauclair; Chiquet.
Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Ronchetti; Ulmer, Furrer; Wellinger, Riva; Lapierre, Lajunen, Klasen; Walker, Cunti, Hofmann; Bertaggia, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Romanenghi.
Bemerkungen: Fribourg ohne Slater, Abplanalp, Rathgeb (alle verletzt) und Rivera (krank), Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Julien Vauclair (alle verletzt), Etem und Johnston (überzählige Ausländer). Pfosten-/Lattenschüsse: Rossi (10.), Glauser (14.), Birner (24.). Timeout Fribourg (41.). Fribourg von 57:58 bis 59:56 ohne Goalie.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       HC Fribourg-Gottéron   HC Fribourg-Gottéron
5 : 3
1:2, 3:1, 1:0 
Dienstag 20. März 2018
Playoff 1/4 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 5
 
Luganos Grégory Hofmann zelebriert den wegweisenden Treffer zur 4:3-Führung Luganos. (Bild: ti-press)
LUGANO IM PLAYOFF-HALBFINAL
Lugano zieht gegen Fribourg-Gottéron in die Playoff-Halbfinals ein. Dank einem starken Powerplay und zwei Toren von Gregory Hofmann gewinnen die Tessiner das fünfte Viertelfinal-Spiel mit 5:3. Lanciert worden war die Serie in Spiel 1 mit einem Hattrick von Hofmann, beendet wurde sie mit einem Doppelpack desselben Spielers. Der 25-jährige Stürmer brachte Lugano in der 38. Minute im Powerplay zuerst in Führung, 48 Sekunden vor dem Ende setzte er mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt - im Spiel wie auch in der Serie.

Nach 40 turbulenten Minuten, in denen Fribourg die Partie vorübergehend (zum 2:1) drehte, besass Gottéron im letzten Abschnitt zu wenig Kraft, um die Partie noch einmal zu drehen. Nebst Hofmann sorgte in diesem Vergleich vor allem das Powerplay der Tessiner für die Differenz: Vor dem 4:3 hatte das Team von Trainer Greg Ireland bereits das 1:0 (5.) und das 3:2 (31.) in Überzahl geschossen.
 
Gottérons Mathieu Maret im Kampf um den Puck gegen Luganos Giovanni Morini.
(Bild: Keystone)
Resega. 6089 Zuschauer.
SR Hebeisen/Mollard, Progin/Wüst.
Tore: 5. Lajunen (Ausschluss Tristan Vauclair) 1:0. 8. Sprunger (Holös) 1:1. 17. Birner (Maret) 1:2. 25. Sannitz (Johnston) 2:2. 31. Julien Vauclair (Sannitz/Ausschluss Bykow) 3:2. 33. Rossi (Cervenka/Ausschluss Ulmer) 3:3. 38. Hofmann (Lapierre, Sanguinetti/Ausschlüsse Romanenghi; Rossi, Rivera) 4:3. 60. (59:12) Hofmann 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: je 8mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Birner.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Johnston; Riva, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Julien Vauclair; Hofmann, Lajunen, Lapierre; Fazzini, Cunti, Bertaggia; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Romanenghi; Sorin.
Fribourg-Gottéron: Brust; Kienzle, Chavaillaz; Glauser, Stalder; Schilt, Maret; Holös; Sprunger, Cervenka, Birner; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Schmutz, Marchon; Neuenschwander, Meunier, Tristan Vauclair; Rivera.
Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa (alle verletzt), Etem, Klasen, Ronchetti, Fontana und Sartori (alle überzählig), Fribourg-Gottéron ohne Slater, Abplanalp, Rathgeb (alle verletzt) und Chiquet (überzählig). Lajunen verletzt ausgeschieden (39.). Timeout Fribourg-Gottéron (5./Coaches Challenge). Fribourg-Gottéron von 58:09 bis 59:12 und ab 59:20 ohne Torhüter.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



1/2 Final


EHC Biel       HC Lugano  Lugano
7 : 3
1:1, 4:1, 2:1
Dienstag 27. März 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 1
 
Die Bieler kommen sage und schreibe siebenmal zum Jubeln (Bild: Keystone)
Lugano startet mit Kanterniederlage in die Playoff 1/2 Finals
Das Frühlingsmärchen des EHC Biel geht weiter. Die Seeländer gewinnen das erste Halbfinalspiel gegen Lugano nach einem 1:2-Rückstand mit 7:3. Biel realisiert die Wende im zweiten Abschnitt. 25 Minuten lang lief die Partie ganz im Sinn des HC Lugano. Die Tessiner überliessen dem Gegner die Initiative und konzentrierten sich aufs Kontern und auf das effiziente Nutzen der eigenen Chancen. Lange ging die Rechnung auf: Trotz 22:7 Torschüssen für Biel, führte Lugano bis zur 26. Minute mit 2:1. Luca Fazzini (1:0) und Ryan Johnston (2:1) trafen für Lugano. Biels Goalie Jonas Hiller parierte bis zu diesem Zeitpunkt bloss fünf Schüsse.

Am Ende gewann Jonas Hiller (22 Paraden) das erste Goalie-Duell gegen Elvis Merzlikins trotzdem klar. Denn die Partie entglitt Lugano. Biel entfachte immer grösseren Druck. Der HC Lugano, der Vorjahresfinalist, zerbrach am Gegner. Und auch Merzlikins liess nach. Lettlands Nationaltorhüter parierte 23 der ersten 25 Schüsse auf sein Tor. Danach liess er aber zwischen der 35. und der 42. Minute vier Schüsse nacheinander passieren. Aus dem 2:2 wurde ein 6:2. Und für Merzlikins endete die Partie vorzeitig mit der Auswechslung.

Drei Treffer im Powerplay

Lugano verlor aber nicht wegen des Torhüters. Lugano ging unter, weil es seine zwei Führungen keine fünf Minuten lang halten konnte. Dominik Diem und Jason Fuchs glichen für Biel das 0:1 und das 1:2 bloss 107 beziehungsweise 185 Sekunden später wieder aus. Lugano verlor ausserdem, weil es zu passiv auftrat und weniger diszipliniert spielte als Biel. Drei Treffer erzielte Biel im Powerplay (aus nur fünf Überzahlchancen), darunter auch die wegweisenden Goals zum 3:2 (durch Diem) und 4:2 (durch Toni Rajala) nach 35 Minuten innerhalb von 38 Sekunden. Vor dem 2:3 leistete sich Luganos Internationaler Gregory Hofmann einen Stockschlag, nach dem 2:3 versetzte Johnston dem Bieler Jacob Micflikier während des Torjubels einen weiteren dummen Stockschlag.
 
Eins der sieben Tore die Lugano heute kassiert. (Bild: Keystone)
Tissot Arena. 6521 Zuschauer (ausverkauft).
SR Massy/Wehrli, Borga/Kaderli.
Tore: 6. Fazzini (Hofmann, Vauclair/Ausschluss Pouliot) 0:1. 8. Diem (Neuenschwander, Lüthi) 1:1. 23. Johnson 1:2. 26. Fuchs (Micflikier) 2:2. 35. Diem (Ausschluss Hofmann) 3:2. 36. Rajala (Jecker/Ausschluss Johnston) 4:2. 40. (39:53) Neuenschwander (Lüthi) 5:2. 42. Micflikier (Diem) 6:2. 44. Micflikier (Earl, Fuchs/Ausschluss Romanenghi) 7:2. 48. Wellinger (Bertaggia/Ausschluss Fuchs) 7:3.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 7mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Rajala; Lapierre.
Biel: Hiller; Jecker, Forster; Kreis, Fey; Dufner, Maurer; Steiner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Lüthi; Tschantré, Sutter, Wetzel; Schmutz.
Lugano: Merzlikins (42. Manzato); Furrer, Johnston; Riva, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Ronchetti; Hofmann, Lapierre, Fazzini; Klasen, Cunti, Bertaggia; Walker, Sannitz, Reuille; Etem, Morini, Romanenghi; Vedova.
Bemerkungen: Biel ohne Lofquist (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Lajunen und Sanguinetti (alle verletzt).
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       EHC Biel   
1 : 2
0:0, 1:2, 0:0 
Donnerstag 29. März 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 2
 
Am Boden: Elvis Merzlikins und sein HC Lugano müssen sich 1:2 geschlagen geben. (Bild: Keystone)
Biel dreht Spiel und liegt in Serie 2:0 vorne
Dem EHC Biel fehlen bloss noch zwei Siege zur ersten Finalqualifikation in den Playoffs. Biel gewinnt den zweiten Halbfinal gegen Lugano auswärts mit 2:1.

Die vorentscheidenden Szenen spielten sich Mitte des zweiten Abschnitts ab. Lugano, das schon im ersten Halbfinalspiel 1:0 und 2:1 geführt hatte, lag auch im Heimspiel wieder in Führung. Aber 165 Sekunden nach dem Führungstor von Wladislaw Sorin, dem das erste NLA-Goal gelang, kassierte Lugano bereits wieder den Ausgleich. Auch am Dienstag hatte Lugano seine Führungen nie lange halten können.

Die Schlüsselszene spielte sich schliesslich nach 31 Minuten ab. Die Luganesi verloren die Ruhe und den Überblick, nachdem die Schiedsrichter Fouls gegen Luca Cunti und Luca Fazzini nicht geahndet hatten. Zuerst schenkte Maxim Lapierre dem Puck keine Beachtung, anschliessend versuchte der Internationale Gregory Hofmann als hinterster Mann ein Dribbling gegen zwei Bieler. Hofmann verlor den Puck, daraufhin schloss Toni Rajala den Bieler Gegenstoss mit dem Führungstor zum 2:1 ab.

Erfolgreiche Ausländer bei Biel

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Lugano die Partie dominiert. Danach kontrollierte Biel das Spiel und die Emotionen. Die besten Ausgleichschancen boten sich Fazzini (33./40.) und Hofmann (45./60.). Im Finish bot sich Lugano ausserdem eine Powerplay-Chance. Die Seeländer kamen dazwischen aber immer wieder auch zu Möglichkeiten zur vorzeitigen Siegsicherung.

Die Bieler Tore erzielten Jacob Micflikier und Toni Rajala. Der Kanadier Micflikier, bei Lugano einst aussortiert, erzielte diese Saison schon neun Tore in sechs Partien gegen den HC Lugano. Und der Finne Rajala erzielte bereits seinen achten Playoff-Treffer.
 
Der EHC Biel gewinnt auch das zweite Spiel gegen Lugano und führt in der Serie 2:0. (Bild: Keystone)
Resega. 7109 Zuschauer.
SR Stricker/Urban, Progin/Wüst.
Tore: 24. Sorin (Ulmer) 1:0. 27. Micflikier (Fuchs, Diem/Ausschluss Lapierre) 1:1. 31. Rajala (Pouliot) 1:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Rajala.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Johnson; Vauclair, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Riva; Hofmann, Lapierre, Fazzini; Klasen, Cunti, Bertaggia; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Romanenghi; Sorin.
Biel: Hiller; Jecker, Forster; Fey, Kreis; Maurer, Dufner; Steiner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Lüthi; Tschantré, Sutter, Wetzel; Schmutz.
Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Lajunen (alle verletzt) und Etem, Biel ohne Lofquist (beide überzählige Ausländer). - Timeout Lugano (59.).
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



EHC Biel       HC Lugano  Lugano
3 : 6
2:0, 1:4, 0:2
Samstag 31. März 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 3
 
Da war aus Bieler Sicht noch alles in Ordnung: Fabian Lüthi erzielt in der 26. Minute bereits das 3:0. (Bild: Keystone)
Luganos spektakuläre Wende in Biel
Bis zur 26. Minute deutete in der mit 6521 Zuschauern erneut ausverkauften Bieler Arena nichts darauf hin, dass das Heimteam die Partie noch aus der Hand geben könnte. Das Team von Trainer Antti Törmänen strotzte nur so von Selbstvertrauen und lag dank Doppeltorschütze Fabian Lüthi und dem Überzahltreffer des Kanadiers Marc-Antoine Pouliot verdient mit 3:0 in Führung.
Nichts hatte zu diesem Zeitpunkt auf eine Auferstehung Luganos hingedeutet, ehe Routinier Sébastien Reuille in Unterzahl auf 1:3 verkürzte und damit die Tessiner Wende einleitete.

Momentum auf der Seite von Lugano

Danach leisteten sich die Bieler einige Undiszipliniertheiten, die von den Gästen eiskalt ausgenutzt wurden. Nach einem Beinstellen von Marco Maurer traf Verteidiger Bobby Sanguinetti in Überzahl zum 2:3. Weil danach Robbie Earl für einen Bandencheck gegen Thomas Wellinger eine Fünfminutenstrafe kassierte, und mit Beat Forster ein zweiter Bieler auf die Strafbank wanderte, konnte Lugano mit zwei Mann mehr agieren. Gregory Hoffman mit seinem siebenten Playoff-Treffer und Luca Fazzini schossen die Luganesi mit einem Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden kurz vor der zweiten Pause erstmals in Führung.

Im Schlussabschnitt liess Lugano nichts mehr anbrennen und erzielte durch Maxim Lapierre und Jani Lajunen noch das 5:3 und 6:3 ins verlassene Bieler Tor. Für Lajunen war es das erste Spiel in dieser Serie. Der Finne, der mit einer Schraube im gebrochenen Daumen agierte, ersetzte im Sturm Linus Klasen. Der Poker von Luganos Trainer Greg Ireland ging auf, auch wenn Lajunen spielerisch nicht an seine überragende Leistungen in den Viertelfinals anknüpfen konnte. Das Momentum liegt nun auf Seiten von Lugano, das am Ostermontag vor heimischer Kulisse den 2:2-Ausgleich in der Serie anstrebt.
 
Lugano gewinnt aber doch noch dank spektakulärer Wende des Spiels.
(Bild: Keystone)
Tissot Arena. 6521 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Hebeisen, Obwegeser/Kovacs.
Tore: 5. Fabian Lüthi (Dufner, Diem) 1:0. 15. Pouliot (Neuenschwander, Tschantré/Ausschluss Reuille) 2:0. 26. Fabian Lüthi (Jecker) 3:0. 27. Reuille (Wellinger/Ausschluss Johnston!) 3:1. 36. Sanguinetti (Cunti/Ausschluss Maurer) 3:2. 39. (38:18) Hofmann (Johnston, Vauclair/Ausschlüsse Earl, Forster) 3:3. 40. (39:18). Fazzini (Furrer/Ausschluss Earl) 3:4. 59. Lapierre 3:5 (ins leere Tor). 60. (59:57) Lajunen (Ausschluss Lapierre!) 3:6 (ins leere Tor).
Strafen: 4mal 2 plus 5 Minuten (Earl) plus Spieldauer (Earl) gegen Biel, 7mal 2 plus 10 Minuten (Walker) gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Rajala; Lapierre.
Biel: Hiller; Jecker, Forster; Fey, Kreis; Maurer, Dufner; Steiner; Tschantré, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Fabian Lüthi; Schmutz, Sutter, Wetzel; Joggi.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Johnson; Vauclair, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Riva; Hofmann, Lajunen, Lapierre; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Walker, Sannitz, Reuille; Sorin, Morini, Bertaggia; Vedova.
Bemerkungen: Biel ohne Pedretti (verletzt) und Lofquist, Lugano ohne Etem und Klasen (alle überzählige Ausländer) sowie Brunner, Bürgler und Chiesa (alle verletzt). - Timeout Lugano (5./Coaches Challenge). Pfostenschuss Joggi (15.). Biel von 58:11 bis 58:16 und 58:33 bis 59:57 ohne Torhüter.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       EHC Biel   
5 : 1
0:1, 2:0, 3:0 
Montag 2. April 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 4
 
Luganos Giovanni Morini hat soeben den Ausgleich zum 1:1 erzielt. (Bild: Keystone)
Lugano gleicht Serie gegen Biel aus
Der HC Lugano ist in den Playoff-Halbfinals zurück im Geschäft. Die Tessiner gewinnen über Ostern gegen Biel zwei Spiele und gleichen in der Serie zum 2:2 aus. Am Ostermontag gewinnt Lugano mit 5:1. Das erste Tor in einem Spiel tut keinem der beiden Teams gut. Lugano ging in den ersten zwei Spielen in Führung und verlor beide Spiele. Biel führte am Ostersamstag daheim 3:0 und verlor noch 3:6. Auch am Ostermontag in Lugano gingen die Seeländer wieder in Führung, ehe sie nach der ersten Pause einbrachen.

Dem EHC Biel werden die zwei Ruhetage vor dem dritten Heimspiel äusserst gut tun. Biel muss über die Bücher. Am Samstag noch stand Biel mit einem Bein im Playoff-Final, als es in Spiel 3 mit 3:0 führte. Seither lief für die Berner alles schief, was schieflaufen konnte. Auch ein gelungener Start ins Auswärtsspiel in Lugano verhalf nicht zu einer Beruhigung der Lage. Marc-Antoine Pouliot brachte Biel in der 7. Minute in doppelter Überzahl in Führung. Nach der ersten Pause lief für das Team von Antti Törmänen die Partie aber völlig aus dem Ruder.

Best of 3

Ein Fehlpass in der neutralen Zone leitete die Wende ein. Giovanni Morini zauderte nicht lange, sein Schuss erwischte Biels Goalie Jonas Hiller zwischen den Schonern. Fünf Minuten später reüssierte auch Maxim Lapierre mit einem Schuss zwischen Hillers Beinen hindurch. Weitere fünf Minuten später wurde Hiller von Gregory Hofmann an der Goalie-Maske getroffen. Hiller beendete den zweiten Abschnitt zwar, räumte danach aber seinen Posten. Elien Paupe, der mit Ajoie die Playoffs in der Swiss League bestritten hatte, stand im letzten Abschnitt, den Biel in Überzahl beginnen konnte, vor dem Tor. Paupe kassierte aber noch während dieser Bieler Überzahl die Gegentore zum 1:3 und 1:4 und sah dabei alles andere als gut aus.

Damit beginnt die Serie am Donnerstag in Biel von neuem. Noch befindet sich der EHCB im Vorteil: Biel kann zwei der maximal noch drei Spiele in der eigenen Arena bestreiten. Aber findet Hiller seine Topform wieder? Für Lugano spricht das Momentum: Die Tessiner strotzen nach elf Toren in den letzten 93 Minuten der Serie vor Selbstvertrauen. Und die Bieler müssen die Disziplin der ersten acht Playoff-Partien wieder finden. In den ersten achteinhalb Playoff-Spielen leisteten sie sich im Schnitt 7 Strafminuten pro Partie. Gegen Lugano waren es in den Spielen 3 und 4 der Halbfinalserie über Ostern 33 und 12 Minuten. Der Amerikaner Robbie Earl fehlte am Montag in Lugano sogar nach seiner Fünfminutenstrafe vom Samstagabend.
 
Biels Goalie Jonas Hiller kurz nach Maxim Lapierres Treffer zum 2:1. (Bild: Keystone)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Koch/Wehrli, Castelli/Fluri.
Tore: 7. Pouliot (Rajala, Micflikier/Ausschlüsse Hofmann, Wellinger) 0:1. 22. Morini 1:1. 27. Lapierre (Lajunen) 2:1. 41. (40:54) Sanguinetti (Sannitz/Ausschluss Ulmer!) 3:1. 42. (41:43) Reuille (Ausschluss Ulmer!) 4:1. 47. Fazzini (Cunti) 5:1.
Strafen: 8mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Sannitz, Walker) gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Hofmann; Rajala.
Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Ulmer, Wellinger; Sanguinetti, Vauclair; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Sorin, Morini, Bertaggia; Vedova.
Biel: Hiller (41. Paupe); Jecker, Forster; Fey, Kreis; Lofquist, Dufner; Maurer; Pedretti, Pouliot, Rajala; Neuenschwander, Diem, Lüthi; Micflikier, Fuchs, Tschantré; Schmutz, Sutter, Wetzel; Joggi.
Bemerkungen: Lugano ohne Bürgler, Brunner, Chiesa (alle verletzt), Etem und Klasen (beide überzählige Ausländer), Biel ohne Earl (gesperrt). Fey verletzt ausgeschieden (52.).
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



EHC Biel       HC Lugano  Lugano
2 : 4
0:0, 0:3, 2:1
Donnerstag 5. April 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 5
 
An der mangelnden Unterstützung der Bieler Fans konnte es nicht liegen.
(Bild: bmb)
Entscheidung für Lugano innerhalb von 144 Sekunden
Der HC Lugano nähert sich dem zweiten Playoff-Final innerhalb von zwei Jahren an. Die Tessiner führen in der Halbfinalserie gegen den EHC Biel nach dem 4:2-Auswärtssieg mit 3:2 Siegen. Die Vorentscheidung fiel im zweiten Abschnitt innerhalb von 144 Sekunden. Maxim Lapierre und Matteo Romanenghi brachten Lugano innerhalb von 44 Sekunden 2:0 in Führung. 100 Sekunden später erhöhte Gregory Hofmann in Überzahl auf 3:0. Biels Goalie Elien Paupe liess drei Schüsse hintereinander passieren. Schon am Ostermontag hatte Paupe vom 1:2 bis zum 1:5 nur einen Schuss halten können.

Der 22-jährige Jurassier droht aus Seeländer Optik zur tragischen Figur der Serie zu werden. Paupe wurde am Ostermontag nach 40 Minuten beim Stand von 1:2 eingewechselt, weil Jonas Hiller nach einem «Kopfschuss» (von Gregory Hofmann sechs Minuten vorher) nicht mehr weiterspielen konnte.

Der EHC Biel betrieb am Donnerstag um Hillers Gesundheitszustand Geheimniskrämerei bis zur letztmöglichen Sekunde. Aber am Ende war klar: Hiller kann nicht spielen. Im Verlauf des Tages sei das entschieden worden, klärte Biels Torhütertrainer Marco Streit auf: «Es wäre wohl zu riskant gewesen.»

Luganos Triplette

Auch ohne Hiller glaubte Biel lange an den Sieg. Dreimal mussten sie diese Saison in Heimspielen ohne Jonas Hiller auskommen, dreimal gewannen die Seeländer: 3:1 gegen Langnau, 7:3 gegen Servette (beide Male mit Paupe im Tor), 5:3 im Cup gegen Bern (mit Simon Rytz). Gut 30 Minuten lang drückte Biel der Partie den Stempel auf. Marc-Antoine Pouliot, Mathieu Tschantré (beide 16.) und Julian Schmutz (29.) besassen die besten Möglichkeiten. Elvis Merzlikins (28 Paraden) entschied das Torhüterduell gegen Paupe (23 Paraden) aber zu seinen Gunsten.

Luganos Tor-Triplette schlug nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel in die Bieler Arena ein. Sébastien Reuille verpasste schon unmittelbar vorher das 1:0 nur knapp. Die Luganesi bekamen die Partie im zweiten Abschnitt immer besser in den Griff. Biel stürmte zwar, Lugano erspielte sich aber die gefährlicheren Möglichkeiten.

Die beste Sturmlinie der Playoffs

Zum Matchwinner avancierte Gregory Hofmann – und nicht, weil er am Montag mit seinem Scharfschuss Hiller zumindest temporär aus der Serie genommen hatte. Nach 33 Minuten luchste Hofmann den Bielern in der Offensive den Puck ab, einen Steilpass später lief Maxim Lapierre alleine auf Paupe los (1:0). Und das siegsichernde 3:0 erzielte Hofmann selber. Die Sturmlinie mit Hofmann, Jani Lajunen und Maxim Lapierre ist statistisch mit Abstand die beste Formation in den Playoffs. Bezeichnenderweise gewann Biel in der Halbfinalserie nur jene zwei Partien, in denen Lajunen verletzt gefehlt hatte.

Biels Aufbäumen kam in Spiel 5 zu spät: Erst im Schlussabschnitt trafen die Bieler ins Tor, erst 128 Sekunden vor Schluss verkürzte Jacob Micflikier in doppelter Überzahl auf 2:3. Danach kamen die Seeländer sogar noch zur Ausgleichschance, ehe Raffaele Sannitz 31,5 Sekunden vor Spielende mit einem Schuss ins leere Tor alles klar machte.
 
Luganos vorentscheidender Powerplay-Treffer zum 0:3 erzielt von Grégory Hofmann (nicht im Bild). (Bild: Keystone)
Tissot Arena. 6521 Zuschauer.
SR Stricker/Urban, Progin/Wüst.
Tore: 34. (33:22) Lapierre (Johnston, Hofmann) 0:1. 35. (34:06) Romanenghi (Wellinger, Fazzini) 0:2. 36. Hofmann (Fazzini, Walker/Ausschluss Pouliot) 0:3. 48. Rajala (Micflikier, Pouliot) 1:3. 58. Micflikier (Forster, Pouliot/Ausschlüsse Fazzini, Furrer) 2:3. 60. (59:29) Sannitz 2:4 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Rajala; Lapierre.
Biel: Paupe; Jecker, Forster; Dufner, Kreis; Maurer, Steiner; Hächler; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Lüthi; Schmutz, Sutter, Wetzel; Tschantré.
Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Vauclair; Johnston, Furrer; Ulmer, Wellinger; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Sorin, Morini, Bertaggia; Vedova.
Bemerkungen: Biel ohne Hiller, Fey (beide verletzt) und Lofquist, Lugano ohne Klasen, Etem (alle überzählige Ausländer), Brunner, Bürgler, Chiesa (alle verletzt).
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano HC Lugano       EHC Biel   
6 : 2
0:0, 0:0, 0:0 
Samstag 7. April 2018
Playoff 1/2 Final NLA 2017/2018 Top Spiel 6
 
Nach 42 Sekunden steht es bereits 2:0 für Lugano. (Bild: Keystone)
LUGANO IM PLAYOFF-FINAL
Der HC Lugano steht nach einem Jahr Unterbruch wieder im Playoff-Final. Beim entscheidenden 6:2-Sieg gegen Biel führten die Tessiner bereits nach 42 Sekunden 2:0.

Seit dem dritten Spiel dieser Halbfinalserie läuft für den überraschenden Qualifikationsdritten Biel alles schief, was falsch laufen kann. Im Spiel der letzten Chance in der Resega definierten die Seeländer das Wort Fehlstart neu. Nur gerade 42 Sekunden brauchten Grégory Hofmann und Julian Walker, um die Luganesi mit zwei Toren in Führung zu schiessen. Der wieder genesene Jonas Hiller im Bieler Tor hatte noch keinen Schuss gehalten. Erst einmal, 1992 durch Ambri-Piotta gegen Zug, hatte in einem Playoffspiel ein Team schneller das 2:0 geschossen.

Von diesem Schock erholten sich die Bieler zwar erstaunlich gut. Kurz vor Ende des ersten Drittels verkürzten sie durch das erste Playofftor des Amerikaners Sam Lofquist. Zwischen der 29. und der 40. Minute brach das Unheil aber wieder knüppeldick über die Seeländer herein. Nachdem sie selber in ihrer ersten Powerplaychance nichts zustande gebracht hatten, erhöhte Alessio Bertaggia in Überzahl auf 3:1 für Lugano. Bis zum Drittelsende traf PostFinance-Topskorer Maxim Lapierre erst die Latte, ehe Luca Cunti und nochmals Bertaggia in den letzten 78 Sekunden mit zwei Toren zum 5:1 alles klar machten.

Wie stand es um Hiller?

Der harte Schuss, der Jonas Hiller im Spiel 4 am Ostermontag am Kopf getroffen und zum Forfait am Donnerstag getroffen hatte, hinterliess wohl doch etwas Spuren. Er hielt nur gerade 10 von 15 Schüssen auf sein Tor, ehe er für das letzte Drittel wieder Elien Paupe Platz machte. Zu holen gab es für Biel aber nichts mehr.

Nicht zuletzt im Powerplay hatten die Tessiner grosse Vorteile. Zwar fiel nur ein Tor in Überzahl, doch auch beim 4:1 war eben erst eine Strafe gegen die Bieler abgelaufen. Für das Team des ehemaligen SCB-Meistertrainers Antti Törmänen endete damit eine Saison, in der es die positive Überraschung waren, auf äusserst bittere Art. Die abrupte Wende kam im Spiel 3, als die Bieler - mit einer 2:0-Führung im Rücken - innerhalb von 14 Minuten ein 3:0 verspielte
 
Lugano-Goalie Elvis Merzlikins mit grossem Anteil für die Finalqualifikation. (Bild: Keystone)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Wehrli/Koch, Obwegeser/Kovacs.
Tore: 1. (0:28) Hofmann (Furrer) 1:0. 1. (0:42) Walker (Vauclair) 2:0. 19. Lofquist (Rajala) 2:1. 29. Bertaggia (Lapierre, Cunti/Ausschluss Tschantré) 3:1. 39. (38:42) Cunti (Johnston, Lapierre) 4:1. 40. (39:57) Bertaggia 5:1. 56. Bertaggia (Morini) 6:1 (ins leere Tor). 58. Wetzel (Sutter, Pedretti/Ausschluss Vauclair) 6:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Rajala.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Johnston; Vauclair, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Riva; Hofmann, Lajunen, Lapierre; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Bertaggia; Sorin.
Biel: Hiller (41. Paupe); Jecker, Forster; Dufner, Kreis; Maurer, Lofquist; Steiner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Schmutz, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Fabian Lüthi; Tschantré, Sutter, Wetzel; Joggi.
Bemerkungen: Lugano ohne Klasen, Etem (beide überzählige Ausländer), Brunner, Bürgler, Chiesa (alle verletzt), Biel ohne Micflikier, Fey, Hächler und Valentin Lüthi (alle verletzt). Lattenschuss Lapierre (33.). Biel von 51:12 bis 52:41 und 55:02 bis 55:43 ohne Torhüter. Timeout Lugano (56.).
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Final


Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
0 : 1
0:0, 0:1, 0:0 
Donnerstag 12. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 1
 
Die Entscheidung: Mike Künzle behält im Gewühl vor Elvis Merzlikins die Übersicht und versenkt die Scheibe zum 0:1.
(Bild: Keystone)
Die ZSC Lions holen sich gleich das Break
Die ZSC Lions starten in Lugano perfekt in den Playoff-Final. 1:0 besiegen die weitgehend souveränen Stadtzürcher den zu lange ideenlosen Herausforderer.

Mike Künzle avanciert immer mehr zu einer massgeblichen Figur der Zürcher Playoff-Mission. Sein unwiderstehliches Nachsetzen in der 35. Minute zahlte sich aus. Ihren minimalen, aber verdienten Vorteil liessen sie sich nicht mehr entreissen. Zu stilsicher, zu abgebrüht und clever verhielten sich die Lions auf dem Weg zum ersten Break der Finalserie.

Der bullige ZSC-Matchwinner ist kein Mann für die Galerie, er ist in der Regel für den rustikalen Teil zuständig. Mit seinem dritten Tor im dritten Spiel in Folge demonstrierte der künftige Bieler indes, dass er in seiner gegenwärtigen Verfassung der vierten Lions-Linie ein Gewicht verleiht, das im Finish um den Titelgewinn entscheidend sein könnte.

Ruhiger Abend für Flüeler

Schon bei erster Gelegenheit setzte Hans Kossmanns Equipe, die der Reihe nach die Nummern 2 und 1 der Qualifikation eliminiert hatte, einen Akzent - gegen einen Kontrahenten, der vor eigenem Anhang meistens fünf, zehn Extraprozente zu bieten hat. Der erste Auswärtssieg ohne Gegentor im 32. Anlauf ist mit Blick auf die Fortsetzung des Duells womöglich Gold wert.

Mit reichlich Emotionen war zu rechnen gewesen, mit einer intensiven Angelegenheit ohnehin - vor einer Curva Nord, die wie nur wenige andere Stehrampen im Chorus eine Energie erzeugen kann, die nicht nur hörbar ist, sondern eben auch spürbar. Die Lions beschränkten sich im Startdrittel darauf, die entsprechend aufgeputschten Luganesi im Rink abzufangen und auf dem Hauptschauplatz keine zusätzliche Hektik aufkommen zu lassen. Allzu oft stand Keeper Lukas Flüeler nicht im Zentrum des Geschehens.

Pestoni mit Eiszeit im Powerplay

Und nach einem Drittel streiften die Gäste ihre taktisch bedingte Zurückhaltung ab. Immer wieder drängten sie die Tessiner zurück und provozierten in der gegnerischen Zone fortlaufend unübersichtliche Szenen. In jenen Phasen war erkennbar, weshalb im Halbfinal auch der zuletzt während zwei Saisons dominierende SCB kein Mittel gefunden hatte.

Derweil Greg Ireland relativ früh gezwungen war, seine Schlüsselakteure zu forcieren, coachte Hans Kossmann die gesamte ZSC-Breite aus. Sogar der frühere Ambri-Solo-Unterhalter Inti Pestoni, nach vierwöchiger Pause anstelle der überzähligen Verteidiger-Ikone Mathias Seger nominiert, erhielt teilweise im Powerplay Auslauf.

Eine derart ausgewogene Personalauswahl haben sie im Sottoceneri nicht zu bieten. Sie leben vom Einfluss von Topskorer Maxim Lapierre und von Torproduktion von Gregory Hofmann. Beide kamen angesichts der nahezu perfekten Gruppierung der Stadtzürcher praktisch nie auf Touren.
 
Nach zuletzt vier Siegen in Folge, heute enttäuschte Luganesi. (Bild: Keystone)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Hebeisen, Borga/Kaderli.
Tor: 35. Künzle (Sutter, Suter) 0:1.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 2mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Pettersson.
Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Cunti, Romanenghi; Vedova, Morini, Bertaggia; Zorin.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Pettersson, Pelletier, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.
Bemerkungen: Lugano ohne Chiesa, Bürgler, Brunner (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Vey (alle verletzt), Bachofner, Seger, Shore, Karrer, Hinterkircher (alle überzählig). 17. Schiedsrichter Eichmann vom Puck getroffen - nach kurzer Behandlungspause wieder auf dem Eis. 59. Timeout von Lugano, ab 58:25 ohne Torhüter.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
5 : 4
2:2, 1:1, 1:1 nV
Samstag 14. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 2
 
Roman Wick trifft in der 17. Minute der Verlängerung zur 5:4 Entscheidung.
(Bild: Keystone)
Wick erlöst die ZSC Lions
Die ZSC Lions gewinnen auch das zweite Spiel im Play-off-Final gegen den HC Lugano. Roman Wick trifft für die Zürcher in der Verlängerung zum 5:4.

In Oerlikon kam die Kulisse in den Genuss von einer puren und faszinierenden Playoff-Show. Checks, Führungwechsel, Emotionen, überschäumende Reaktionen auf den Rängen. Im vierten Drittel bekämpften sich die beiden derzeit besten National-League-Teams wie wie taumelnde Boxer, die ihre letzten Kraftressourcen beanspruchten – bis Roman Wick den HCL mit seinem Schlenzer ins Lattenkreuz mitten ins Herz traf.

Dass die Lions auf ihrer aktuellen Mission selbst von Tiefschlägen offenbar nicht vom Kurs abzubringen sind, hatten sie bereits gegen den entthronten Titelhalter Bern unter Beweis gestellt; in einer aufwühlenden Partie gegen die auf allen Ebenen unberechenbaren Südschweizer überstand das Heimteam diverse heikle Szenen. In einem mitreissenden Finish sorgte Wick für die minimale Differenz, die aus Zürcher Optik viel wert sein könnte. «Augen zu und geschossen», so schilderte der Matchwinner sein Kunststück.

Es war ein erstes Rencontre mit beidseits offenem Visier. Die strategische Zurückhaltung wich der Bereitschaft, sich einen Schlagabtausch ohne defensive Absicherung zu liefern. Derweil sich die Lions (zu) ungestüm einen 2:0-Finalvorsprung zu erstürmen versuchten, fanden die Tessiner immer wieder einen Weg aus der Umklammerung. Erst in der Verlängerung

So wild, so leidenschaftlich, so fokussiert wie im ausverkauften Hallenstadion wären die Bianconeri mutmasslich auch beim Start des Final-Klassikers gerne aufgetreten. Ihre Darbietung war nicht zu vergleichen mit der verhaltenen Ouvertüre. Panik sei nicht angezeigt, liessen die Südschweizer verlauten, und hielten Wort: Sie erhoben sich im Kollektiv und gingen dem Kontrahenten erstmals richtig unter die Haut.

Und doch endete der hitzige Abend der allgemeinen Turbulenzen und gefühlsmässigen Schlangenlinien für die Gäste frustrierend. Unter Druck entglitt ihnen eine 3:2-Führung, und unmittelbar vor der Overtime vergab der solo anstürmende Alessio Bertaggia den Matchpuck. Statt mit einem durchaus möglichen Break und Rückenwind kehrten sie angeschlagen ins Sottoceneri zurück. Am Montag droht im Best-of-7-Duell bereits ein 0:3-Handicap, das vom seit 2006 titellosen HCL nach sportlichen Ermessen kaum mehr wettzumachen sein dürfte.
 
Dabei hat auch heute Luganos Sébastien Reuille wieder, wie schon gegen Biel, ein Tor in Unterzahl erzielt. (Bild: Keystone)
Hallenstadion. 11'200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Koch/Wehrli, Kovacs/Obwegeser.
Tore: 4. Klein (Wick, Kenins) 1:0. 7. Lapierre (Hofmann) 1:1. 13. Kenins 2:1. 15. Reuille (Sannitz/Ausschluss Zorin!) 2:2. 21. (20:13) Hofmann (Lapierre) 2:3. 29. Sutter (Wick/Ausschluss Johnston) 3:3. 42. Shore (Klein, Kenins/Ausschluss Sannitz) 4:3. 53. Sannitz (Walker/Ausschluss Schäppi) 4:4. 78. (77:00) Wick (Kenins) 5:4.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen den ZSC, 9mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Pettersson; Lapierre.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Pettersson, Suter, Korpikoski; Wick, Shore, Kenins; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.
Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Vauclair; Johnston, Furrer; Ulmer, Wellinger; Ronchetti; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Romanenghi, Cunti, Fazzini; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Bertaggia; Zorin.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Vey (alle verletzt), Bachofner, Pelletier, Seger, Karrer, Hinterkircher (alle überzählig), Lugano ohne Chiesa, Bürgler, Brunner (alle verletzt), Klasen, Etem, Riva (alle überzählig). 38. Ronchetti verletzt ausgeschieden. 59. Schuss von Bertaggia touchiert den Aussenpfosten.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
3 : 0
1:0, 1:0, 1:0 
Montag 16. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 3
 
Luganos Alessio Bertaggia kann solo auf ZSC-Goalie Lukas Flüeler zulaufen und trifft mit der Backhand zum 2:0.
(Bild: Keystone)
Die Bianconeri melden sich zurück
Der HC Lugano ist wieder im Meister-Geschäft. 3:0 besiegten die Bianconeri die uninspirierten ZSC Lions und schöpfen nach dem 1:2 in der Playoff-Finalserie wieder berechtigte Hoffnungen.

Als Alessio Bertaggia zu Beginn des zweiten Abschnitts einen Konter perfekt zum 2:0 abgeschlossen hatte, bebte die Resega wie in den besten Tessiner Hockey-Zeiten seines Vaters Sandro. Der Sohn des sechsfachen Champions löste bei den über 7000 Tifosi einen Sturm der Begeisterung aus. Die euphorisierte Kulisse zelebrierte das Heimteam in einem für National-League-Verhältnissen einmaligen Stil; die ganze Arena mutierte zur Curva Nord.

Während Jahren galt der HCL als Paradies für Hochlohnbezüger mit überschaubarem Return on Investment. Inzwischen ist das Gewicht jener Fraktion, die im Süden der Schweiz ausgebildet worden ist, grösser denn je. Mit ihrer Tor-Triplette ermöglichten Sannitz, Bertaggia und Hofmann Lugano ein wunschgemässes Comeback. Nun dürften Hoffnungen aufkeimen, einen ähnlichen Umschwung wie im Halbfinal gegen den EHC Biel (4:2-Erfolg nach einem 0:2-Rückstand) zu erzwingen.

78 torlose Heimspielminuten

Der Auftakt zur Serie war aus Tessiner Optik eher unterkühlt und ergebnislos verlaufen, die wilde und turbulente Fortsetzung in Zürich endete ebenfalls suboptimal. Beim dritten Rencontre mit den Lions wählten die Gastgeber eine taktisch clevere Zwischenform – sie bemühten sich zwar von Beginn weg um Akzente, aber nicht ohne defensives Kalkül.

Dass der Stadion-DJ im Warm-up «The Final Countdown» auflegte, war wohl eher Understatement als eine vorzeitige Rückzugserklärung der Einheimischen. Sie zählten nicht rückwärts, sondern stürmten beherzt vorwärts. Unter Hochdruck packten sie entschlossen zu, eine weitere Heimniederlage war für sie angesichts der aktuellen Verfassung des Kontrahenten selbstredend keine ernsthafte Option.

Den ersten, psychologisch angesichts des späten Knock-outs in der energieraubenden Overtime am vergangenen Samstag nicht zu unterschätzenden Vorteil verschaffte sich der HC Lugano. Sekundenbruchteile nach Ablauf der Strafe gegen Mike Künzle fand Altmeister Raffaele Sannitz nach über 78 torlosen Heimspielminuten im Final die Lücke.

Der brillante Elvis Merzlikins

Das Timing passte, die Führung 96 Sekunden vor der ersten Pause verstärkte die Schubkraft der Tessiner generell. Und sie hinterliess bei den Gästen offensichtlich Spuren. Die Abstimmung stimmte mehrfach nicht mehr, die Fehlerquote war konstant zu hoch. Die Art und Weise, wie Christian Marti das kursweisende Solo Bertaggias verschuldete (23.), verdeutlichte die Zürcher Schwierigkeiten an dieser beschwingten Ticino-Sause in Porza.

Nach einem souveränen und einem eher glückhaften Erfolg hinterliess der Favorit in keinem Bereich einen restlos überzeugenden Eindruck – weder defensiv noch im Angriff. Die hoch dotierte Offensive um Topskorer Fredrik Pettersson fand gegen den brillanten Lugano-Keeper Elvis Merzlikins trotz bester Chancen kein Mittel – oder sie scheiterte wie Pius Suter am Pfosten; nach 26 Spielen in Serie mit mindestens einem Plustreffer resultierte erstmals eine Nullbilanz. (zap/sda)
 
Lugano-Goalie Elvis Merzlikins feiert dank einer starken Leistung einen Shutout. (Bild: Keystone)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Stricker/Urban, Wüst/Fluri.
Tore: 19. Sannitz (Hofmann) 1:0. 23. Bertaggia (Morini) 2:0. 45. Hofmann (Lajunen) 3:0.
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Pettersson.
Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Walker, Sannitz, Reuille; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Vedova, Morini, Romanenghi; Fazzini, Cunti, Bertaggia; Zorin.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Guerra, Marti; Sutter, Geering; Seger; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Pettersson, Pelletier, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Miranda, Prassl, Künzle; Pestoni.
Bemerkungen: Lugano ohne Ronchetti, Chiesa, Bürgler, Brunner (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Vey (alle verletzt), Berni, Bachofner, Shore, Karrer, Hinterkircher (alle überzählig). 12. Pfostenschuss von Suter.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
3 : 2
0:2, 1:0, 1:0 nV
Mittwoch 18. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 4
 
Nach einem gewaltigen Blackout von Luganos Bobby Sanguinetti sichert Chris Baltisberger dem ZSC mit seinem Treffer drei Meisterpucks. (Bild: Keystone)
Blackout von Sanguinetti erlöst den ZSC in der Verlängerung
Den ZSC Lions fehlt noch ein Sieg, um zum neunten Mal Schweizer Meister zu werden. Die Zürcher gewinnen das vierte Playoff-Finalspiel gegen Lugano mit 3:2 nach Verlängerung.

Der ZSC gewinnt im Playoff-Final gegen den HC Lugano nach einem Kraftakt zum dritten Mal. Vor 11'200 Anhängern erzwangen die Zürcher in der zweiten Overtime der Serie dank Chris Baltisberger (75.) nach einem 0:2-Rückstand ein 3:2 und führen in der Serie mit 3:1.

Ein erstes Break und einen mutmasslich noch markanteren Aufschwung des Kontrahenten wendeten die mental stabilen Stadtzürcher dank ihrem vierten Sieg in der fünften Zusatzschicht der aktuellen Playoff-Kampagne unter Hochdruck ab. Statt mit einem möglichen dritten Fehltritt in Serie kann sich die Lions-Organisation eine freundlichere Konstellation fokussieren: auf den ersten von drei Meister-Pucks auf dem Weg zum 9. Titelgewinn.

Den Schlusspunkt setzte nach einer Flut von vergebenen Chancen Chris Baltisberger, der in der 75. von einem Blackout Bobby Sanguinettis profitierte. Dass Fredrik Pettersson während der turbulenten Verlängerung einen Penalty an den Pfosten gesetzt hatte, spielte aus Sicht der Lions selbstredend keine Rolle mehr.

Weshalb die Mannschaft erst mit rund 20-minütiger Verspätung auf ihre Qualitäten setzte, bleibt ihr Geheimnis. Erst als die Lions ihr zu kompliziertes Spiel abstreiften und auf ihre Intensität in den Rink brachten, liessen sich die zuvor kaum zu beeindruckenden Südschweizer von ihrer taktischen Linie abbringen.

Als der im Vergleich zum letzten Duell wieder berücksichtigte Drew Shore 37 Sekunden nach der ersten Pause glückhaft via Stock von Sannitz zum 1:2 traf, veränderte sich das Drehbuch sofort: Die Kulisse nahm den Steilpass der Mannschaft auf, die Zürcher Akteure erzeugten Druck, der HCL wankte, fiel aber erneut erst spät.
 
Lugano-Goalie Elvis Merzlikins kann die Niederlage trotz sackstarker Partie nicht verhindern. (Bild: Keystone)
Hallenstadion. 11'200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Hebeisen, Borga/Kaderli.
Tore: 3. Vedova (Morini) 0:1. 16. Lapierre (Ausschluss Romanenghi!) 0:2. 21. Shore (Pettersson, Phil Baltisberger) 1:2. 42. Suter (Marti, Chris Baltisberger) 2:2. 75. Chris Baltisberger (Schäppi) 3:2.
Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Wick) gegen den ZSC, 7mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Pettersson; Lapierre.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Pettersson, Shore, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.
Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Johnston, Furrer; Riva; Walker, Sannitz, Reuille; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Fazzini, Cunti, Bertaggia; Vedova, Morini, Romanenghi; Zorin.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Vey (alle verletzt), Seger, Pelletier, Bachofner, Karrer, Hinterkircher (alle überzählig), Lugano ohne Chiesa, Bürgler, Brunner, Ronchetti (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig). 67. Pettersson schiesst Penalty gegen den Pfosten. 72. Timeout der ZSC Lions. 
Top Saison 2016/2017 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
4 : 0
1:0, 0:0, 3:0 
Samstag 21. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 5
 
Jubel in der Resega: Die Luganesi verlängern mit dem Sieg die Serie um mindestens eine Partie. (Bild: Keystone)
Zürcher Meisterfeier vertagt
Den ersten von drei ZSC-Meisterpucks wehrt der HC Lugano souverän ab. Er deklassiert die enttäuschenden Lions 4:0. Der Showdown geht am Mittwoch in Zürich weiter.

Zur umjubelten Figur der Curva Nord avancierte einer mit Ambri-Vergangenheit: Gregory Hofmann stoppte die Lions mit dem 1:0 und 2:0 praktisch solo. Der 25-jährige spielt in seiner dritten Saison bei den Bianconeri so gut wie nie zuvor. Mit 13 Treffern ist er in der aktuellen Playoff-Kampagne in die höchste Kategorie aufgestiegen.

Dass die Luganesi eine vorzeitige Meisterfeier der Lions mit allen Mitteln verhindern wollen würden, war schon vor dem ersten Puckeinwurf klar. Mit dem Rücken zur Wand folgte ihrerseits im erneut randvollen Stadion vor 7200 Tifosi ein nächstes Signal der Stärke. Nach seinem blitzschnellen Einstieg (1:0 nach 27 Sekunden) zermürbte der HCL den Gegner mit seiner Kraft, ehe er im letzten Drittel mit einer Tor-Doublette (43./44.) im rasanten Tempo für diskussionslose Verhältnisse sorgte.

Erster Treffer nach 27 Sekunden

Dass die Resega ein heisses Pflaster ist, wissen auch die ZSC Lions. Aber seit ihrem 1:0 zum Auftakt im Sottoceneri verglühte Luganos Kontrahent tief im Süden regelrecht. Die Lions fanden in den letzten zwei Partien vor der landesweit lautesten Kulisse praktisch nicht statt. Seit total 145 Minuten sind sie auswärts torlos. Aus ihrer Sicht wäre ein weiteres Gastspiel in der Resega nicht ratsam.

Zum dritten Mal in Folge liessen sich die unerklärlich verhaltenen Lions im Startdrittel von den Tessinern düpieren - im Spiel der zunächst letzten Chance sogar früher denn je: Nach 27 Sekunden stürmte Maxim Lapierre in die Zone der konfusen Zürcher, Gregory Hofmann vollstreckte ohne das geringste Problem.
Philippe Furrer hatte im Vorfeld des dritten Heimspiels ohne Umschweife eingestanden, den Overtime-Frust im Hallenstadion nur mit Mühe verdaut zu haben. Die Ansage zur Rückkehr kam dann aber praktisch zeitgleich: «Zu Hause werden wir vom Publikum getragen und werden wieder hart arbeiten.» Seinen Worten folgte dann der wunschgemässe Auftritt: Der HCL im Vorwärtsgang, wild entschlossen, die Tifoseria fing sofort Feuer.

Nervosität bei den Lions

Der «Corriere del Ticino» hatte diverse Anhaltspunkte aufgelistet, weshalb der HC Lugano die Saison um mindestens eine Partie verlängern könnte - einer davon betraf den Keeper Merzlikins: «Elvis in NHL-Form.» Der lettische WM-Goalie, im Playoff inzwischen mit über 500 Saves eine der auffälligsten Figuren, brillierte in der Tat.

Den ersten von drei Big Points haben die ZSC Lions nicht verwertet. Mit der aufsässigen Spielweise, mit dem puren Willen der Gastgeber, die Kreativität Zürichs einzuschränken, tat sich der Favorit ein weiteres Mal schwer und wirkte teilweise überfordert. Der personelle Tiefgang brachte zu wenig ein, zu viele Angriffsversuche prallten an Merzlikins ab.

Wie sehr der Abnützungskampf den Lions auch im mentalen Bereich zu schaffen machte, verdeutlichte eine Szene Sekunden nach dem Ende des zweiten Drittels. Kossmann bearbeitete Kenins verbal, worauf der Powerflügel wutentbrannt gegen die Bande kickte. Von der Nervosität liess sich selbst der bis anhin vorzügliche ZSC-Goalie Lukas Flüeler anstecken - den Untergang leitete er mit einem Fehler gleich selber ein.
 
ZSC-Goalie Flüeler muss sich in Spiel 5 gleich viermal geschlagen geben.
(Bild: Keystone)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Stricker/Urban, Obwegeser/Wüst.
Tore: 1. (0:27) Hofmann (Lapierre) 1:0. 43. (42:25) Hofmann (Morini) 2:0. 44. (43:33) Furrer (Fazzini) 3:0. 58. Fazzini (Lapierre) 4:0.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Lugano, 1mal 2 plus 10 Minuten (Kenins) gegen den ZSC.
PostFinance-Topskorer: Lapierre; Pettersson.
Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Bertaggia; Vedova, Romanenghi, Zorin.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Pettersson, Shore, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.
Bemerkungen: Lugano ohne Cunti, Chiesa, Brunner, Bürgler, Ronchetti (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren (alle verletzt), Seger, Pelletier, Hinterkircher, Karrer (alle überzählig). 12. Lattenschuss von Wick.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



ZSC Lions       HC Lugano  Lugano
2 : 3
0:1, 1:0, 1:2
Mittwoch 25. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 6
 
Lugano Topskorer Maxim Lapierres grenzenloser Jubel nach Jani Lajunens Tor zum 2:3. (Bild: Keystone)
Lugano erzwingt eine Finalissima
Lugano hat sich mit einem Kraftakt in Zürich die ultimative Chance auf den ersten Titelgewinn seit 2006 erkämpft.

Zwei Meisterpucks haben die Lions vergeben, deshalb endet der Showdown am kommenden Freitag mit einer klassischen Finalissima. Die Vorteile liegen wohl nicht mehr in den Händen der Zürcher, die erst zweite Heimniederlage gegen den HCL innerhalb der letzten drei Jahre dürfte nachhallen - ebenso wie die jüngste Bilanz in der Resega. Seit 145 Minuten sind die Lions auswärts torlos.

Und nach der späten Entgleisung von Fredrik Pettersson gegen Maxim Lapierre werden sie unter Hochdruck ohne ihren besten Torschützen auskommen müssen. Wobei: In der Verfassung der letzten sechs Partien, der Schwede erzielte nur einen Skorerpunkt und verlor das Duell mit Luganos Parade-Linie um Längen, war Pettersson kein Faktor mehr.

Jani Lajunen wird zum Matchwinner

Mit dem markanten, aber letztlich ergebnislosen Aufkommen Zürichs verschärfte sich die Gangart im Rink. Beidseits touchierten die Akteure die Limiten. Kernige Checks, verbale Scharmützel, Playoff-Hockey in Reinkultur. Die Lions investierten enorm viel, die Bianconeri stemmten sich im robusten Kollektiv bis zum letzten Tropfen Energie dagegen.

Und als sich die ermüdeten Tessiner nur noch um den destruktiven Part kümmerten und taumelten, hielten sie sich dennoch auf den Beinen. Ihr Herz war grösser als die Abschlussqualitäten der Zürcher. Und als sich eine minimale Chance bot, dem Dauerdruck zu entweichen, griffen die Südschweizer zu: 218 Sekunden vor Schluss fand Jani Lajunen mit einem Schlenzer den entscheidenden Raum zum Coup vor.

Richtiges Puckmanagement

Ein Dokument von Luganos Entfesselungskunst war bereits Grégory Hofmanns 14. Playoff-Tor - eine Zürcher Strafe genügte zum zweiten Tessiner Führungstor (46.). Zur Dramaturgie passte indes auch, mit welcher Rohkraft die Einheimischen ein nächstes Comeback erzwangen. Kevin Klein verschaffte sich mit der Wucht und Erfahrung seiner 700 NHL-Partien Zutritt in der Tessiner Zone - der Rest war die wunderbare Zugabe: ein brachialer Slapshot ins Lattenkreuz. Der späte Konter Luganos relativierte das 2:2 zum Leidwesen Kleins.

Das richtige Puckmanagement sei der entscheidende Faktor, meldete Maxim Lapierre am letzten Samstag nach der 4:0-Gala vor eigener Kulisse. Der in der aktuellen Kampagne brillante Kanadier verbreitete keine Floskeln; die Squadra befolgte die Empfehlung ihres Topskorers. In der Startphase kontrollierten die Gäste die Scheibe ausnahmslos in günstigen Momenten und verschafften sich früh einen ersten Vorteil.

Zürcher Reaktion im Mitteldrittel

Aus der Optik der Lions hingegen verliefen die ersten 20 Minuten erneut enttäuschend. Zum vierten Mal in Folge liessen sich die Zürcher düpieren. Die angedachte Startoffensive fand nicht statt - im Gegenteil: Die zunächst instabile Defensive liess sich sofort in heikle Szenen verwickeln und verhielt sich beim ersten Gegentor ungeschickt.

Eine kräftige Zürcher Reaktion blieb nicht aus. Die Angriffswellen setzten zwar verspätet ein, dafür umso intensiver. Ab dem zweiten Drittel erspielten sich die immer wilderen Lions eine Flut von Chancen. Keeper Elvis Merzlikins geriet minutenlang unter Beschuss wie selten zuvor in diesem finalen Duell.

Mehr als ein 1:1-Zwischenstand resultierte für die Einheimischen trotz 30:12 Schüssen bis zur zweiten Pause nicht. So energisch die Zürcher die Tessiner umklammerten, so gering war die Effizienz der Offensive. Optisch machte der Angriff vieles richtig, aber vor Merzlikins verflüchtigte sich die Durchschlagskraft.
 
Auch in Spiel sechs gab es haufenweise Arbeit für Lugano-Goalie Elvis Merzlikins. (Bild: Keystone)
Hallenstadion
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel



Lugano  HC Lugano       ZSC Lions   
0 : 2
0:1, 0:0, 0:1 
Freitag 27. April 2018
Playoff Final NLA 2017/2018 Top Spiel 7
 
ZSC Geering trifft. (Bild: srf)
Lugano verliert die Belle
 
Lugano Lapierre trifft nicht. (Bild: srf)
Resega. 7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Eichmann/Stricker, Borga/Obwegeser.
Tore: 7. Geering (Miranda) 0:1. 60. (59:40) Kenins 0:2 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 plus 10 Minuten (Walker) gegen Lugano, 1mal 2 Minuten gegen den ZSC. - PostFinance-Topskorer: Lapierre; Klein.
Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Johnston, Furrer; Riva; Lapierre, Lajunen, Reuille; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Bertaggia; Zorin, Cunti, Romanenghi; Vedova.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Seger; Wick, Suter, Kenins; Vey, Shore, Korpikoski; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda.
Bemerkungen: Lugano ohne Bürgler, Brunner, Chiesa, Ronchetti (alle verletzt), Klasen, Etem (beide überzählig), ZSC Lions ohne Pettersson (gesperrt), Blindenbacher, Sjögren, Nilsson (alle verletzt), Bachofner, Karrer, Hinterkircher, Pelletier, Pestoni (alle überzählig). 14. Tor von Miranda annulliert (Stockschlag). 51. Timeout der ZSC Lions. Lugano ab 58:33 bis 59:40 ohne Goalie.
Top Saison 2017/2018 letztes Spiel




Playoff HC Lugano Saison 2017/2018